Covid-19: Britische Mutation bei Katzen und Hunden nachgewiesen
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Covid-19: Britische Mutation bei Katzen und Hunden nachgewiesen

Französische und britische Forscher haben herausgefunden, dass sich Katzen und Hunde mit der britischen Variante des Coronavirus infizieren können.

Wie es scheint, können sich auch unsere geliebten Haustiere mit Covid-19 anstecken, zumindest berichtet dies ein britisch-französisches Forscherteam in einer neuen Studie.

Demnach ist der B.1.1.7-Stamm des Coronavirus, besser bekannt als britische Variante, in einer Tierklinik bei London bei Katzen und Hunden nachgewiesen worden.

Verdächtige Herzmuskelentzündungen

Die Tierklinik verzeichnete zwischen Dezember vergangenen Jahres und Februar diesem Jahres bei Hunden und Katzen einen ungewöhnlichen Anstieg von Myokarditis, sprich Herzmuskelentzündungen.

Schon kurz nachdem das Coronavirus zur Pandemie erklärt worden war, haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Nebenwirkungen bei Katzen und Hunden andere sind, als beim Menschen.

Dem Virologen Eric Leroy vom Forschungsinstitut für Entwicklung der Universität von Montpellier zufolge stieg die Fallzahl genau genommen von 1,4 Prozent auf 12,8 Prozent.

PCR-Test für Haustiere

Um die Ursache für diesen Anstieg herauszufinden, untersuchten die Virologen acht Katzen und drei Hunde im Alter von 1 bis 12 Jahren, die keine Vorerkrankungen des Herzens hatten.

Mithilfe von RT-PCR-Tests (Äquivalent zu PCR-Tests bei Menschen) ließ sich laut CNEWS nachweisen, dass die Tiere an "Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Lungenödemen, Synkope (Ohnmacht) und Appetitverlust" litten.

5 Tiere positiv getestet

Diese klinischen Symptome sind den Wissenschaftlern zufolge für diese Tiere sehr ungewöhnlich. Daraufhin sind drei der Tiere in der Londoner Klinik positiv auf Covid-19 getestet worden.

Angesichts dieser düsteren Neuigkeiten führt auch die Fakultät für Veterinärmedizin und Biomedizin der Texas A&M University, USA, RT-PCR-Tests an Tieren mit Myokarditis-Symptomen durch. Und wieder keine guten Ergebnisse: eine Katze und ein Hund wurden positiv auf die britische Variante getestet.

Bisher können die Virologen noch nicht sagen, ob das Virus für die Myokarditis verantwortlich ist. Allerdings scheint diese These recht wahrscheinlich und muss nun mit weiterführenden Studien untersucht werden.

Gibt es eine Verbindung zwischen Mensch und Tier?

Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler weitere Studien durchführen, um herauszufinden, wie hoch die Ansteckungsgefahr von Katzen auf den Menschen ist.

Es war bereits bekannt, dass Hunde und Katzen sich mit dem klassischen Corona-Stamm infizieren können. So hat sich schon Anfang des letzten Jahres ein Hund in Hongkong damit infiziert.

Dennoch nehmen die Wissenschaftler die neue Erkenntnis sehr ernst und untersuchen mögliche Konsequenzen für die Mensch-Tier-Übertragung:

Angesichts der gesteigerten Infektiosität und Übertragbarkeit der B.1.1.7-Variante auf Menschen, zeigt die Entdeckung mit B.1.1.7 infizierter Katzen und Hunden, das Risiko, dass Haustiere womöglich eine entscheidende Rolle in den Übertragungsdynamiken der SARS-CoV-2-Epidemie spielen.

Wie auch immer die Ergebnisse ausfallen, so weit wie in China wird es wohl bei uns nicht kommen: Dort hat die Regierung letztes Jahr die Bevölkerung aufgefordert, ihre Haustiere zu töten.

Andererseits können die Tiere in der Pandemie auch nützlich sein. Wie Hunde helfen können, die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern, erfahrt ihr in unserem Video zu diesem Artikel.


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