Covid-19: Darum zögern viele Pflegekräfte, sich impfen zu lassen
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Covid-19: Darum zögern viele Pflegekräfte, sich impfen zu lassen

Von Maximilian Vogel

Lange haben wir sehnlichst darauf gewartet und jetzt, wo der Impfstoff da ist, wollen sich viele nicht impfen lassen. Doch was sind die Bedenken, auch beim Pflegepersonal?

Die aktuelle Lage in den Krankenhäusern und Pflegeheimen spitzt sich immer weiter zu und dennoch scheuen sich viele vor der Impfung. Hier sind die wichtigsten Informationen zur Corona-Impfung noch einmal zusammengefasst.

Bei der herrschenden Impfskepsis stellt sich die Frage: Warum sind so viele nach wie vor skeptisch und verbauen sich selbst und anderen Menschen durch ihr Handeln womöglich eine Besserung der Situation?

Nur ein Fünftel lässt sich impfen

Niemand hätte wohl damit gerechnet, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, nach dem langen Warten so zurückhaltend ausfallen würde. Doch in vielen Krankenhäusern und Pflegeheimen ist kaum ein Fünftel der Mitarbeitenden bereit, für den schützenden Pieks.

So auch im Seniorenzentrum in Schönberg, obwohl für den dortigen Fachbereichsleiter Altenhilfe, Markus Bartl, feststeht, dass die Impfung "der einzige Weg aus der Pandemie" ist und ein Fünftel Impfbereitschaft in keiner Weise ausreicht, um dies zu realisieren. Er erklärt, dass viele der Pflegekräfte Angst vor den Langzeitfolgen haben.

Großer Druck und kein Vertrauen

Das Gleiche gilt auch für das Pflegeheim St. Barbara in Möhringen, die dortige stellvertretende Leiterin Filomena Nigro berichtet, dass sich in der Einrichtung zusammen mit ihr nur rund 20 Mitarbeitende geimpft haben.

Sie glaubt, die Entscheidung überfordere viele der Pflegekräfte, die das ganze Jahr über unter ständigem Druck standen und von denen nun "innerhalb einer Woche" eine Entscheidung verlangt wurde. Da sind viele auf Nummer sicher gegangen.

Auf dem medizinischem Personal lastet enorm viel Druck seit Beginn der Pandemie. Jonathan Borba@Pexels

Panikmache und Hassnachrichten

Hinzukommt laut Filomena Nigro, dass den Menschen auch durch ihr Umfeld Angst gemacht wird. Viele fürchten, unfruchtbar zu werden oder Contagan-ähnliche Folgen. Das mache ihrer Belegschaft schwer zu schaffen, so die Impfbefürworterin gegenüber den Stuttgarter Nachrichten:

Ich hatte schon eine Mitarbeiterin, die weinend vor mir saß.

Der Chef des Sozialdienstes Pasodi, Frank Ulrich, berichtet, dass Impfgegner häufig panikmachende Botschaften auf der Pasodi-Facebook-Seite hinterlassen und er befürchtet, dass diese abschreckend auf die Pflegekräfte wirken könnten. In einer seiner Einrichtungen im Schwarzwald wollten sich nur knapp fünf Prozent der Mitarbeitenden impfen lassen.

Mut für eine baldige Besserung

In anderen Häusern wiederum können viele Mitarbeiter die Impfung laut Frank Ulrich kaum erwarten. Im Lothar-Christmann-Haus in Hoffeld haben sich demnach knapp 80 Prozent der Belegschaft impfen lassen.

Sowohl Frank Ulrich als auch Filomena Nigro sind sich sicher, dass die Bereitschaft zur Impfung mit der Zeit zunehmen wird, sobald mehr über die Verträglichkeit bekannt wird und die Leute Vertrauen fassen. Bis dahin will man weiter Aufklärung leisten und Werbung machen, schließlich soll es für uns alle so schnell wie möglich zurück zur Normalität gehen.


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