Covid-19: Das darf man mit dem neuen Impfstoff nicht machen!

Der Impfstoff ist da und deutschlandweit haben bereits die Impfungen zum Schutz gegen das Virus begonnen. Allerdings ist die Flüssigkeit recht empfindlich und eine sorgfältige Handhabe unumgänglich, um den vollen Schutz zu gewährleisten...

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Der Impfstoff von Biontech-Pfizer scheint eine hohe Wirksamkeit zu haben, doch die Handhabung ist etwas schwieriger als bei herkömmlichen Impfstoffen. Er muss gut gekühlt sein und darf keinesfalls geschüttelt werden.

Ein richtiges Prozedere

Bei einer Pressekonferenz vor dem stationären Impfzentrum in Düsseldorf erklärt Dr. Andre Schuchmacher von der kassenverärztlichen Vereinigung Nordrhein das Prozedere:

Der Impfstoff erreicht die Zentren in bereits aufgetautem, aber 2-8 Grad kaltem, zähflüssigen Zustand, in kleinen Fläschchen.

In diesem Zustand sei die Flüssigkeit sehr empfindlich und deshalb sei es wichtig, den Impfstoff vor Erschütterungen jeglicher Art zu bewahren. Sie müssten daher mit äußerster Vorsicht gehandhabt werden.

Vor der Impfung muss das Vakzin verflüssigt werden

Vor dem Impfvorgang selbst müssen die Ampullen dann jedoch noch einmal rekonstituiert werden, was bedeutet, die Flüssigkeit in die anwendungsfähige Form umzuwandeln, also von zäh fließend nach dünnflüssig, um das Vazkin spitzen zu können.

Für diesen Auflösungsvorgang muss der Impfstoff mit steriler Kochsalzlösung verdünnt werden, was konkret passiert, indem man den Deckel abschraubt, und 1,8 ml 0,9 prozentige NaCl-Lösung mit einer Kanüle oder Spritze in das Fläschchen gibt, um den Impfstoff zu verflüssigen. Auch hier gilt es, wieder extreme Vorsicht walten zu lassen, wie Dr. Schumacher betont:

Ab diesem Zeitpunkt ist der Impfstoff mechanisch extrem empfindlich, man darf das Fläschchen dann nur noch vorsichtig schwenken, man darf es nicht schütteln, wie man es sonst ja durchaus mal mit aufzulösenden Medikamenten macht.

Durch das Schütteln entstehen Scherkräfte, die unbedingt zu vermeiden sind. Laut Pharmazeutischer Zeitung sollte das Vakzin zur Verdünnung ca. zehnmal vertikal gekippt werden.

Nach der Auflösung enthält ein Fläschchen fünf Impfstoffportionen, die verimpft werden können - eine Impfpdosis sind jeweils 0,3 ml. Ein ausreichender Überschuss ist dabei eingeplant. Nach der Verdünnung darf der Impfstoff nicht mehr transportiert werden.

Die fertige Lösung, welche mit Datum und Uhrzeit der Verdünnung versehen wird, soll dann innerhalb von sechs Stunden aufgebraucht werden. Während dieser Zeitspanne kann der Impfstoff auch transportiert werden, wie beispielsweise durch mobile Teams in Pflegeheime.

Der Biontech-Impfstoff darf nicht geschüttelt werden! WavebreakMediaMicro@Adobe Stock

Corona-Schutzimpfung läuft ab wie jede andere Impfung auch

Des Weiteren weist der Mediziner darauf hin, dass laufend kontrolliert werde, ob die Impflösung klar und frei von Schwebestoffen oder anderen Partikeln sei, die nicht mit verimpft werden dürfen. Außerdem werde selbstverständlich unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorgaben geimpft, wie bei jeder anderen Impfung auch.

Dr. Schumacher betont außerdem, dass auch Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen, bei einer Impfung ebenfalls nichts zu befürchten hätten:

Es werden entsprechend dünne Kanülen verwendet, so dass die Gefahr einer Nachblutung entsprechend gering ist.