Covid-19: Der Genuss von Fleisch entscheidet über den Schweregrad der Erkrankung

Neben Faktoren, die wir teilweise schlecht beeinflussen können, wie unser Alter oder bestimmte Vorerkrankungen, scheint die Forschung nun einen neuen Faktor gefunden zu haben, welcher über den Schweregrad einer Covid-19-Erkrankung entscheidet: den Genuss oder den Verzicht auf Fleisch.

Covid-19: Der Genuss von Fleisch entscheidet über den Schweregrad der Erkrankung
Weiterlesen
Weiterlesen

Bereits Anfang des Jahres stellen Forscher:innen aus Südkorea die Vermutung auf, dass es für die vielen schweren Verläufe in der westlichen Welt einen guten Grund gibt: Es werden einfach zu viele stark verarbeitete Lebensmittel gegessen. Das wirkt sich schlecht auf die Darmflora aus, deren Zustand wiederum über einen milden oder eher schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung entscheidet.

Bei einer Studie aus den U.S.A. stellen Wissenschaftler:innen nun die Behauptung auf: Der Verzehr von Fleisch kann sich ebenfalls verheerend auf den Verlauf einer Coronaerkrankung auswirken.

Fleischesser gegen Vegetarier und Veganer

Das Forscherteam vergleicht Datensätze von insgesamt 2.3000 Studienteilnehmer:innen. Diese unterscheiden sich vor allem in einem Aspekt: ihrer Ernährungsform. Einige von ihnen essen Fleisch, andere sind Vegetarier oder Pescetarier (Vegetarier, die trotzdem Fisch essen) und andere wiederum ernähren sich komplett vegan.

Von 568 Personen, die einen Fragebogen zu ihren Essgewohnheiten ausfüllen, geben 138 an, während ihrer Covid-Erkrankung an mittelschweren bis schweren Symptomen gelitten zu haben, 430 von ihnen sprechen hingegen von einem eher milden Verlauf.

Es stellt sich heraus: Proband:innen, die Fleisch ausnahmslos von ihrem Speiseplan gestrichen haben, traf die Krankheit nicht so stark wie die Menschen aus der Gruppe der Fleischesser, welche anfälliger für einen schweren Verlauf waren.

Besseres Immunsystem

Die Wissenschaftler:innen berücksichtigen bei ihrer Studie auch andere Faktoren, wie das Gewicht oder Vorerkrankungen der Teilnehmer:innen, stellen jedoch fest, dass diese nichts an der Tatsache ändern, dass Veganer und Vegetarier öfter mit einem milden Verlauf rechnen können.

Dies könnte daran liegen, dass eine pflanzliche Ernährung voller Nährstoffe steckt, die gut für das Immunsystem sind. Laut der im Fachmagazin BMJ veröffentlichten Umfrage sind "ölige Fische wie Lachs und Makrele ebenfalls reich an entzündungshemmenden Nährstoffen wie Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren, die das Virus abwehren könnten."

Ganz so einfach ist es dann doch nicht

Wer denkt, er könne nun einfach seine Ernährung umstellen und sich vor einem schweren Verlauf der Erkrankung schützen, liegt allerdings verkehrt. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die meisten Teilnehmenden waren Männer, es könnte durchaus sein, dass die Ergebnisse anders ausgefallen wären, wenn gleich viele Frauen an der Studie teilgenommen hätten.

Außerdem handelt es sich um eine bloße Beobachtung, es fehlen konkrete Beweise für das Prinzip Ursache-Wirkung. Es ist vielleicht trotzdem nicht verkehrt, sich die Online-Umfrage zu Herzen zu nehmen: Das Dasein als Vegetarier hatte nämlich jede Menge Vorteile. Ihr solltet nur darauf achten, genug Vitamin B12 zu euch zu nehmen.

Covid-19: Wie lässt sich eine Impfphobie überwinden? Covid-19: Wie lässt sich eine Impfphobie überwinden?