Covid-19: Diese Symptome können noch lange nach einer Infektion auftreten
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Covid-19: Diese Symptome können noch lange nach einer Infektion auftreten

Von Lea Pfennig

Manche Covid-19-Symptome, wie Kurzatmigkeit, scheinen nicht im Moment der tatsächlichen Infektion aufzutreten, sondern erst deutlich später. Hier erfahrt ihr alles, was aktuell über das sogenannte "Long Covid"-Syndrom bekannt ist.

Covid-19, egal in welcher Form, stellt die medizinischen Kräfte noch immer vor Rätsel. Und während die Impfkampagne langsam an Fahrt aufnimmt, wird unaufhörlich nach Möglichkeiten gesucht, wie man all jenen Menschen helfen kann, die auch lange nach einer überstandenen Covid-Infektion noch unter mehr oder minder stark beeinträchtigenden Symptomen, sprich unter "Long Covid", leiden.

Was hat es mit den Post-Covid-Symptomen auf sich?

Wie lässt es sich erklären, dass Covid-19-Patienten beispielsweise während der eigentlichen Infektion keine Atembeschwerden bemerken, dafür aber einige Wochen nach der Erkrankung? Mit dieser Frage beschäftigt sich der französische Mediziner und Infektiologe Olivier Robineau in seiner Studie "Cologate", die darauf abzielt, die Post-Covid-Symptome besser zu verstehen.

Denn egal, ob Patienten einen leichten oder schweren Covid-Verlauf hatten, schützt sie keines von beidem vor späteren und langfristigen Folgen der Erkrankung, wie die Studie verdeutlicht.

Erschöpfung, Kurzatmigkeit ... ab wann muss man sich Sorgen machen?

Die Symptome, die nach einer Covid-19-Infektion anhalten, wie Erschöpfungserscheinungen oder Kurzatmigkeit, mögen vielleicht banal erscheinen. Dennoch ist es ratsam, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Und zwar schon nach einem Monat, wie Olivier Robineau erklärt. Denn je später das betroffene Organ behandelt wird, desto schwerer wird es, diese Symptome wieder loszuwerden.

Es ist ein bisschen wie bei Sportverletzungen: Je früher diese behandelt werden, desto größer ist die Chance, zu der vorherigen physischen Verfassung zurückzukehren.

Jeder Fall ist anders

Allerdings ist jeder Fall individuell zu betrachten, wie die französische Behörde für Gesundheitsfragen (HAS) betont. Denn es kann sein, dass Patienten noch mehrere Wochen nach einer Infektion keinen Geschmacks- und Geruchssinn haben, dafür allerdings keine anderen Symptome wie Erschöpfungserscheinungen oder Kurzatmigkeit zeigen.

Doch der Infektiologe erklärt, dass es nicht beunruhigend sei, wenn man nach einer schweren Covid-bedingten Lungenentzündung sechs Monate braucht, um wieder vollständig auf die Beine zu kommen. Auch wenn das lange erscheinen mag. Bei leichteren Krankheitsverläufen sei hingegen eine Erholungsdauer von drei Wochen durchaus im Rahmen. Ähnliches kann man auch beim Pfeifferschen Drüsenfieber beobachten.

Unerklärliche Symptome

Bleiben nur noch die anhaltenden Symptome, die nicht wie Erschöpfungserscheinungen oder der Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns direkt mit der Covid-19-Infektion in Verbindung gebracht werden können, wie Olivier Robineau erklärt:

Wir haben Patienten, die über Thoraxschmerzen, Hirnnebel und sogar Verdauungsstörungen klagen.

Wichtig ist es dem Experten zufolge hierbei, dass jeder Fall unabhängig von der Covid-Erkrankung untersucht wird, da es sein kann, dass die Symptome gar nichts mit der Infektion zu tun haben, sondern von einer zuvor unentdeckten Krankheit herrühren.

Die tatsächlichen Gründe für diese Symptome

Doch die Frage ist, was soll man machen, wenn diese gründliche Untersuchung keine Antworten liefert? "Auf der einen Seite ist es eine Erleichterung, dass bei den medizinischen Untersuchungen nichts Schwerwiegendes entdeckt wurde, auf der anderen Seite ist es angsteinflößend, weil die Leute nicht verstehen, was sie haben", erklärt Olivier Robineau.

Bisher ist noch nicht abschließend bekannt, ob die Symptome, die auch nach einer Covid-19-Infektion noch Monate lang anhalten, wirklich die Folgen des Sars-CoV-2 sind, wie Olivier Robineau betont:

Patienten neigen dazu, ihre Symptome mit einem einschneidenden Erlebnis in ihrem Leben in Verbindung zu bringen, wie zum Beispiel dem Coronavirus. Doch es könnte sich auch sehr wohl um ein Postinfektionssyndrom handeln.

Eine stetige Verbesserung des Zustandes

Doch auch wenn manche Patienten noch sechs oder gar neun Monate nach der Infektion an unterschiedlich schweren Symptomen leiden, so weiß der Mediziner zu beruhigen, dass es sich dabei um die Ausnahme handelt. Denn die meisten behandelten Patienten nehmen eine deutliche Verbesserung ihres Zustandes wahr.

Die Entwicklung ist positiv aber langsam und wechselt zwischen Phasen der Besserung und der Verschlechterung, doch der Zustand der Patienten wird niemals schlechter als zu Beginn.

Der Infektiologe geht sogar soweit und behauptet, dass "nach anderthalb Jahren alles wieder gut ist".


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