Covid-19: Forschende entdecken Risikofaktoren für Long-Covid-Syndrom

Einige Menschen haben auch noch lange nach einer Covid-19-Infektion mit Spätfolgen zu kämpfen. Eine aktuelle Studie konnte nun vier Risikofaktoren ausmachen, die für Long Covid verantwortlich sein können.

Long Covid macht weder vor Kindern halt noch vor Menschen, deren Coronaerkrankung milde verläuft. Lange musste die Wissenschaft nach Gründen für die Entstehung des Long-Covid-Symptoms suchen, scheint nun aber fündig geworden zu sein.

Mehr als ein Drittel der Betroffenen hat nach Wochen noch Symptome

Einige Menschen, die eine Covid-19-Infektion hinter sich haben, leiden noch Monate danach unter Kurzatmigkeit oder Schmerzen (angeblich soll dies psychosomatisch bedingt sein). Wer von Long Covid betroffen ist, leidet am häufigsten unter anhaltender Müdigkeit, gefolgt vom Verlust des Geruchssinns.

Wissenschaftler:innen des Institute for Systems Biology aus Seattle ist es jetzt gelungen, vier Faktoren ausfindig zu machen, die daran schuld sein könnten, dass einige Patient:innen an Long Covid leiden.

Das Forscherteam beobachtete während seiner Studie, die auf Cell veröffentlicht wurde, mehr als 200 Personen, die sich mit Covid-19 infiziert hatten. Bei den Proband:innen erfolgten regelmäßig Nasenabstriche sowie die Entnahme von Blut. Ganze 37 % aus der Testgruppe hatte auch nach drei Monaten noch mit Spätfolgen zu kämpfen (in vielen Fällen nehmen sie die Arbeit aber sehr schnell wieder auf oder lassen sich gar nicht erst krankschreiben), in den meisten Fällen waren sie noch von drei oder mehr Covid-Symptomen betroffen. Weitere 24 % litt immerhin noch an ein oder zwei Symptomen, der Rest der Teilnehmer:innen zeigte keinerlei Anzeichen einer vorangegangenen Covid-19-Infektion.

Vier Faktoren erhöhen das Risiko für Long Covid

Die Forschenden konnten feststellen, dass insbesondere vier Faktoren das Risiko, an Long Covid zu erkranken, erhöhen:

  • eine Diabetes-Erkrankung (Typ 2)
  • eine hohe Covid-Virenlast
  • eine vorangegangene Krankheit mit dem Epstein-Barr-Virus (dabei kann eine Ansteckung selbst jahrelang zurückliegen)
  • Autoantikörper, die das eigene Gewebe angreifen (dies kann z. B. bei einer Lupus-Erkrankung der Fall sein)

Ziel in der Zukunft soll es sein, entweder vorbeugende Maßnahmen treffen zu können oder eine Behandlung für Long Covid zu finden. Besonders wichtig scheint eine schnelle Diagnose zu sein. Die Immunologin Dr. Akiko Iwasaki begründet dies wie folgt:

Je schneller man das Virus eliminieren kann, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein persistentes Virus oder eine Autoimmunität entwickelt, die Covid lange antreiben kann.
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