Covid-19: Sind die Symptome von Long Covid psychosomatischer Natur?

Was wäre, wenn die Symptome von Long Covid tatsächlich psychosomatisch wären, wie eine neue kontroverse Studie zeigt?

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Es ist eine echte Bedrohung für alle Menschen, die sich mit Covid-19 infiziert haben: Long Covid. Es handelt sich um eine Langzeiterkrankung mit mehr als 250 Symptomen, die bei ehemaligen Covid-Patient:innen auch noch Monate nach der Remission auftreten. Dazu gehören Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Geschmacksverlust und Konzentrationsschwierigkeiten. Für diejenigen, die darunter leiden, ist es eine Tortur.

Doch laut einer aktuellen Studie könnten diese langfristigen Symptome durchaus psychosomatisch sein.

Long Covid: eine psychische Krankheit?

Eine Studie, die am Montag, den 8. November im Journal of the American Medical Association, einer von der Fachwelt anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift, veröffentlicht wurde, zeigt ihre Ergebnisse nach der Befragung von fast 27.000 französischen Patient:innen. Ein Ziel: die Ermittlung aller Auswirkungen des Virus.

Die Ergebnisse sind gelinde gesagt rätselhaft. Sie deuten darauf hin, dass eine Person, die glaubt, sich mit Covid-19 angesteckt zu haben, mit größerer Wahrscheinlichkeit über mehrere Monate hinweg Symptome entwickeln wird, als wenn die Infektion durch einen serologischen Test nachgewiesen wurde.

Mit anderen Worten: Wenn jemand davon überzeugt ist, dass er oder sie ein*e ehemalige*r Patient:in ist, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Person Long Covid entwickelt, als wenn er oder sie durch einen serologischen Test bestätigt haben, dass er oder sie sich mit dem Virus infiziert haben. Das einzige Langzeitsymptom, das durch einen positiven serologischen Test nachgewiesen werden kann, ist laut der Studie der Verlust des Geruchsinns.

Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen

Aber die Studie selbst klärt die Frage und stellt die Existenz eines Long Covid nicht in Frage. Cédric Lemogne, Leiter der Abteilung für Erwachsenenpsychiatrie am Hôtel-Dieu-Krankenhaus in Paris und Koordinator der Studie, erklärt dazu:

Unsere Ergebnisse besagen keineswegs, dass die von den Patient:innen berichteten Störungen eingebildet oder psychosomatisch sind [...] Unsere Analyse deutet darauf hin, dass das Vorhandensein anhaltender Symptome nicht speziell mit einer Infektion mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden kann. Diese Studie bedeutet nicht, dass es diese Symptome nicht gibt. Wenn Patient:innen sie erleben, existieren sie.

Was will uns diese Studie also wirklich sagen? Sie bedeutet, dass "wir sehr offen bleiben müssen für alle Mechanismen, die den langen Covid erklären könnten", erklärt Cédric Lemorgne. Sie hat jedoch eine große Einschränkung: Sie basiert auf serologischen Tests, die nicht sehr effektiv sind, um festzustellen, ob eine Person wirklich mit dem Virus infiziert ist.

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