Covid-19: Was ist eigentlich mit all den Backpackern in Australien passiert?

Was ist eigentlich aus den Backpackern geworden? Was vor der Coronavirus-Pandemie ein Traum vieler junger Menschen war, ist zurzeit nicht mehr möglich. Der Lockdown in Australien bringt viele in Not, finanziell als auch unterkunftstechnisch. "Adopt a backpacker" hilft dabei, sie aus der Misere zu retten.

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Viele junge Menschen, darunter auch zahlreiche Deutsche, touren zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Corona-Pandemie als Backpacker durch die Welt. Beliebtes Ziel dafür ist unter anderem auch Australien.

Mit einem Working-Holiday-Visum ausgestattet, leben sie auf Campingplätzen und von Gelegenheitsjobs. Dann kommt die Corona-Krise und mit ihm der Lockdown. Nichts davon ist von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich.

Wegen Covid-19: Backpacker ohne Job und Unterkunft

Das sehen auch Holländerin Nikki de Weerd (25) und Philippiner Miguel Fuentes (35). Viele ihrer neugewonnen Freunde, die als Backpacker unterwegs sind, müssen zusehen, wie ihre Träume zerplatzen. Eine Zeit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, ehe man sich in die Arbeitswelt begibt - davon ist heute nichts mehr möglich.

Bis die beiden auf die Idee kommen, eine Facebook-Gruppe zu bilden, um besagten Backpackern zu helfen, die ohne Unterkunft und Möglichkeit, Geld zu verdienen, auf der Straße sitzen.

Ende März 2020 geht "Adopt A Backpacker" online und das Konzept, das in Westaustralien startet, verbreitet sich wie ein Lauffeuer und macht sich bezahlt: Innerhalb kürzester Zeit finden zahlreiche Rucksacktouristen kostensparend und sicher ein neues Zuhause.

Sie kommen bei Familien unter, die sie aufnehmen und im Gegenzug erwarten, dass sie ihnen beispielsweise im Haushalt, Garten oder beim Babysitten helfen. Dafür dürfen sie gratis bei den Einheimischen wohnen.

Das Konzept kommt so gut an, dass sich innerhalb kürzester Zeit auch entsprechende Facebook-Gruppen in anderen Ländern bilden, wie Neuseeland und Kanada, auch in Frankreich und Großbritannien.

Derzeit hat Australien die Coronavirus-Pandemie ganz gut im Griff mit ihrer ZeroCovid-Strategie. Das Netzwerk von "Adopt A Backpacker" ist mittlerweile über 35.000 Mitglieder groß. Miguel erzählt, wie der Berliner Kurier berichtet:

Wir schätzen, dass wir seither 10.000 bis 15.000 Menschen helfen konnten. Wir denken, dass etwa 15 Prozent von denen, die die Plattform bisher genutzt haben, aus Deutschland stammen – und ehrlich gesagt bekommen deutsche Backpacker immer extrem gute Bewertungen von den Gastgebern.