Covid-19: Weibliche Fortpflanzungshormone erhöhen Schutz vor schwerem Verlauf

Neben bestimmten Vitaminen können auch anscheinend Sexualsteroide einen Corona-Schutz bieten. Was steckt hinter diesen neuen Forschungen zu weiblichen Reproduktionssterioden?

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Nach den Ergebnissen einer an der University of Illinois at Chicago (UIC) durchgeführten Untersuchung könnten Sexualsteriode beim Schutz vor Corona-Symptomen eine Rolle spielen.

Genauer gesagt handelt es sich dabei um weibliche Reproduktionssteriode, die großen Einfluss auf das menschliche Immunsystem besitzen und vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Weibliche Fortpflanzungshormone bieten besonderen Schutz

Graziano Pinna, wissenschaftlicher Assistenzprofessor für Psychatrie an der UIC, interessiert sich seit März für die Bedeutung, die Reproduktionssterioden bei Verläufen von Corona-Erkrankungen zukommt.

Beobachtungen zeigen, dass symptomfreie corona-positive Schwangere dann unmittelbar nach der Entbindung mit besonders starken Symptomen der Corona-Infektion zu kämpfen haben.

Daraufhin wird erkannt, dass die Schwere dieser Symptome mit dem raschen Abfall der Konzentration dreier während der Schwangerschaft erhöhter Hormone in Verbindung steht. Pinna benennt deren Wirkung:

Estradiol, Allopregnanolon und Progesteron besitzen sämtlich wichtige entzündungshemmende Funktionen und sind an der Wiederherstellung des Immunsystems beteiligt.
Weibliche Fortpflanzungshormone erhöhen den Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen. Getty Images

15 Mal weniger gefährdet

Schwangere Frauen sind nach diesen Erkenntnissen 15 Mal weniger gefährdet, einen schweren Verlauf der Corona-Infektion aufzuweisen. Graziano Pinna zieht daraus weitgehende Folgerungen:

Die an schwangeren Frauen gemachte Beobachtung liefert den wissenschaftlichen Hintergrund dafür, wieso Frauen stärker geschützt sind als Männer, aber auch dafür, wieso ältere Menschen weniger geschützt sind als jüngere: Denn die Hormonkonzentration nimmt mit wachsendem Alter ab.

Ergänzende Schutzmaßnahmen werden untersucht

Eine Vielzahl von möglichen und einfachen Maßnahmen zum Schutz vor einer Corona-Inektion sind bei Wissenschaftlern derzeit im Gespräch. Der Konsum verschiedener Lebensmittel zählt dazu, wie Preiselbeeren, Granatäpfel oder Grüntee.