Covid-19: Wie lässt sich eine Impfphobie überwinden?

Überall in den Medien geht es jetzt um die Impfung gegen das Sars-CoV-2-Virus - und genau das ist für Menschen mit Spitzen-Phobie ein enormes Problem. Doch es gibt eine Lösung, um diese Phobie zu behandeln...

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Die Corona-Schutzimpfung stellt für Menschen mit Spritzen-Phobie ein enormes Problem dar. Allein schon die Omnipräsenz von Bildern, in denen Spritzen in Oberarme gepikst werden, lässt vielen den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Da wird es "egal", ob und welche Nebenwirkungen uns erwarten...

Spritzen-Phobie stellt hinsichtlich Impfungen ein enormes Problem dar

Für die meisten Menschen sind die Bilder von Injektionen kein Problem. "Doch für diejenigen, die eine Spritzen-Phobie haben, ist es schwer zu ertragen", wie das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in einer aktuellen Pressemitteilung berichtet.

Gerade jetzt, wo die Impfungen gegen Covid-19 so wichtig sind, könne es für die Betroffenen zu erheblichen Problemen kommen. Allerdings gibt es Hilfe: Am Max-Planck-Institut für Psychiatrie gibt es ein spezielles Kurzprogramm, mit dem sich in den meisten Fällen die Phobie überwinden lässt.

Eine Phobie gegenüber Spritzen zu haben, ist besonders jetzt in Zeiten der Pandemie ungünstig. Doch für alles gibt es eine Lösung. Karolina Grabowska@Pexels

Phobie kann zur lebenslangen Belastung werden

Eine Abneigung gegen Spritzen ist nicht ungewöhnlich, wohingegen für eine echte Phobie der Grundstein meist in der Kindheit gelegt wird. Auch die Angst vor Blut und/oder Verletzungen spielt hier oft ebenfalls eine Rolle. Bleibt sie unbehandelt, beeinträchtigt diese Phobie die Betroffenen meist ein Leben lang.

Die Ängste können mitunter eine solche Kraft entwickeln, dass die Betroffenen notwendige medizinische Eingriffe oder auch Vorsorgemaßnahmen nur unter sehr hoher Belastung ertragen - was unter Umständen negativen Folgen für ihre Gesundheit haben kann.

Max-Planck-Institut bietet Hilfe in Form eines Kurzprogramms

Wer seine Spritzen-Phobie insbesondere hinsichtlich der COVID-19-Impfung in den Griff bekommen möchte, kann bei dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie Hilfe bekommen. Bei Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie sei die "In vivo Exposition" die Therapie der Wahl wie das Institut berichtet. So würden die Betroffenen während der Therapie schrittweise an das angstmachende Ereignis herangeführt und mit diesem konfrontiert.

Geht es um eine Spritzenphobie, sehen sich die Betroffenen zunächst gemeinsam mit Therapeuten Bilder und dann Filme der Situation an bis sie so weit sind, eine Spritze zu erhalten bzw. gepikst zu werden.

Die Therapie erfolge in circa sechs Sitzungen und könne vielen Betroffenen helfen. So erklärt Professorin Dr. Angelika Erhardt, Leiterin der Ambulanz am Max-Planck-Institut für Psychiatrie:

Die Kurzintervention ist sehr wirksam, auch wenn die Angst danach nicht komplett weg ist, sind Impfungen oder andere Interventionen in der Regel gut durchführbar.

Das Kurzprogramm kann ambulant am MPI durchlaufen werden, ist aber auch als stationärer Patient und Patientin durchführbar. Weitere Informationen zur Behandlung sowie Anmeldung bietet das Max-Planck-Institut auf seiner Internetseite.