#darueberredenwir: Bloggerin bricht mit der heilen Welt auf Instagram
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#darueberredenwir: Bloggerin bricht mit der heilen Welt auf Instagram

Die Welt der Blogger und Influencer stellen wir uns als "heile Welt" vor, doch auch hinter den Kulissen stecken wahre Menschen mit ihren Problemen. Dies zeigt jetzt eine Bloggerin, die das Projekt #darueberredenwir unterstützt.

Leonie-Rachel Soyel ist österreichische Lifestylebloggerin. Man könnte denken, dass es ihr besser nicht gehen könnte, schließlich arbeitet sie für sich selbst und macht, was ihr Spaß macht. Selbstinszenierung ist ihre Hauptarbeit, doch das ist mit einer psychischen Erkrankung nicht immer unbedingt einfach.

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Many of us are living on autopilot. We eat, but we do not taste. We hear, but we do not listen. We see, but we do not look. We touch, but we do not feel. This is why mindfulness matters. It helps us to live a more conscious life. . Also halte kurz inne, atme tief ein und wieder aus. Versuche mit allen Sinnen deine Umgebung wahrzunehmen. Was siehst du? Was hörst du? Was schmeckst und riechst du? Was spürst du? Nehme es bewusst wahr und schenke dir selbst diesen Augenblick. Warum rate ich dir das? Weil diese Übung dazu dient eigene Gefühle auch wieder besser zu spüren. In unserem Alltag müssen wir oft vieles runterschlucken und verlernen dadurch auf unsere Gefühle zu achten. ✨ ✨ ✨ 📷 @herrholzner #wasleoniedenkt #achtsamkeit #selbstliebe #meditation #bewusstsein #dankbarkeit #selbstverwirklichung #yoga #mindfulness #gedanken #glücklichwerden #glücklichsein #bewusstleben #mindset #coaching #selbstbewusstsein #achtsam #mindful #consciousness #conscious #consciousliving #awareness #awaken #autopilot #therapy #senses #sensation

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Sie bekennt öffentlich ihr Borderline-Syndrom

Im April 2018 wagt sie einen entscheidenden Schritt: Sie öffnet sich ihrer Community und gibt zu, an Borderline zu leiden. Heute wird es wieder Thema, denn sie unterstützt die Kampagne der Psychosozialen Dienste Wien mit dem Namen #darueberredenwir.

Ich kann euch sagen, meine Welt sieht oft nicht so rosig aus. Denn ich falle in extrem tiefe emotionale Löcher, aus denen ich alleine oft nicht mehr herauskomme. Ich habe Borderline.
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„Was ist passiert?“ diese Frage habe ich dutzende Male gestellt bekommen. Meine Mutter hat mich geschockt angerufen, als sie meine Instagram Stories sah. (Keine zwei Minuten nachdem ich sie hochgeladen hatte #meinemutteristmeinstalker ) Ich kann euch beruhigen, es ist nur Kunst! Kunst, die aber alles andere als beruhigen soll. Ich bin Teil des Kunstprojektes von @appropriateallemotions ! Im Grunde geht es darum die Oberfläche aufzukratzen. Für mich ein sehr spannendes Thema, denn hier auf Instagram befinden wir uns in einer sehr oberflächlichen Welt. Auch wenn es einige #sinnfluencer gibt, würde die Mehrheit sagen, dass Instagram uns eine oberflächliche Welt präsentiert. Dabei blicken wir super tief ins Privatleben mancher Menschen. Wir wissen, wo XY sich ihren Lieblingskaffee holt, wie das Haustier heißt, was sein Lieblingsspielzeug ist, usw. Informationen, die wir teilweise nicht einmal von unseren Freunden wissen. Wir klicken uns durch Leben fremder Menschen, die wir besser kennen als unsere Nachbarn. Wir fiebern mit bei Heiratsanträgen und teilen unser Mitgefühl aus bei Trennungen. Wir sind süchtig nach Badezimmerspiegel-Selfies, lackerierte und beringte Finger am Kaffeebecher, bewundern das Zeitmanagment mancher Influencer, welche von Event zu Event hopsen und dazwischen noch einen Marathon für den guten Zweck laufen. Wir blicken tief in eine oberflächliche Welt um unserer Realität mit all ihren Tiefen zu entfliehen … ✨ ✨ ✨ ✨ #munteanrosenblum #contemporaryart #exhibition #appropriateallemotions #arte #artfair #drawing #instagram

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#darueberredenwir

Dieses Projekt könnte wichtiger nicht sein, denn in vielen Fällen kommt Hilfe zu spät oder gar nicht, da psychische Krankheiten oft als "zweite Krankheit" abgetan wird.

Die Kampagne versucht mit Vorurteilen aufzuräumen und psychisch Erkrankten den Anstoß geben, sich in professionelle Hände zu begeben, aber auch Angehörigen zu zeigen, wie wichtig es ist, die psychischen Probleme richtig einzuschätzen und diese anzuerkennen.

Emotionale Achterbahn

Leonie-Rachel Soyel ist 29 Jahre alt und erkennt im Alter von 15 Jahren, dass sie anders ist, unberechenbar und in ein dunkles Loch fallen kann, das sich am nächsten Tag wie ein Albtraum anfühlt, an den man sich nur dunkel erinnert. In ihrem Kopf herrscht eine emotionale Achterbahn.

In ihrem Blog will sie nicht nur die heile Welt der sozialen Medien wiedergeben, sondern auch die menschliche Seite an ihr zeigen. So drückt sie beispielsweise auch ihren Trennungsschmerz aus.

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Tränen rinnen herab… hinterlassen nichts als heiße Wangen und eine unstillbare Leere. Der Wunsch endlich Ruhe zu finden, so unerträglich wie die Worte selbst, die in meinem Kopf herum schwirren. ✨ Ende einer Beziehung Ich kann es kaum fassen, dass ich diese Zeilen schreibe. Nach wie vor fühlen sie sich nicht real an. Jeden Tag wache ich auf und für einen kurzen Moment ist sie da die Hoffnung und dann kommt er der Schmerz und das Bewusstsein. Es ist vorbei. Ich war immer ehrlich auf diesen Account und ich schaffe es nicht diesen Part auszuklammern als gebe es in ihn nicht. Denn dieser Schmerz umklammert mein Herz zur Zeit so fest, dass ich an nichts anderes denken kann. Auch wenn ich es versuche. Da stehe ich nun, blicke auf die Trümmer meiner Beziehung. Im Herzen noch voller Liebe zu diesem Menschen, der mir gesagt hat, Liebe reicht nicht aus für uns. Immer wieder packt mich die Verzweiflung. Innerlich schreit alles in mir… außen nichts als Tränen, welche über meine heißen Wangen rinnen. ✨ ✨ ✨ #wasleoniedenkt #endeeinerbeziehung #endeeinerliebe #liebesaus #wortkunst #Trennungen #abschied #gedanken #herzschmerz #liebe #liebeskummer

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Als sie sich in ihrem Blog zu ihrer Krankheit offen bekennt, bekommt sie viel Zuspruch. Laut Kurier leidet in Österreich jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. In Deutschland steigt die Zahl der Erkrankten steigend an, die dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht, wie Statistikaveröffentlicht.

Doch leider erfährt auch sie, dass das Stigma um die psychischen Krankheiten noch stark negativ in den Köpfen verankert ist und es noch viel Arbeit benötigt, dem entgegenzuwirken.

Ich habe 70 Prozent jener Kunden verloren, die mit mir als Bloggerin kooperiert haben. Sie meinten, dass sie nicht mit einer psychischen Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden wollen.

Zu hoffen, dass Kampagnen wie diese mehr Akzeptanz und Verständnis bringen. Denn je später das Leiden erkannt und je weniger es als Krankheit wahrgenommen wird, desto größer die Folgen und je geringer die Heilungschancen.

Von Maximilian Vogel

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