Coronavirus: Rottet sich die Delta-Variante selbst aus?

Die gefährliche Delta-Variante des Coronavirus hat die Welt fest im Griff: Es handelt sich um die am meisten verbreitete Mutation. Laut japanischen Forscher:innen könnte sie aber bald schon wieder von der Bildfläche verschwinden. Der Grund dafür? Der Virenstamm selbst.

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Schon lange ist bekannt, dass die sogenannte Delta-Variante hochansteckend ist. Bald könnte sie ihren Schrecken allerdings verlieren: Wissenschaftler:innen wollen laut Japan Times Belege dafür gefunden haben, dass die Variante sich selbst den Garaus macht.

Covid-19: Delta mutiert sich selbst zu Tode

Noch im Sommer dieses Jahres kommen erschreckende Zahlen aus Japan: Im August infizieren sich innerhalb eines Tags 23.000 Menschen mit der Delta-Variante. Mittlerweile scheint sich die Lage auf dem Inselstaat aber wieder deutlich entspannt zu haben. Die Anzahl an täglichen Corona-Infektionen liegt bei durchschnittlich 140. Wie kann das sein?

Expert:innen gehen davon aus, dass die Variante sich totmutiert hat und somit nicht mehr existiert.

Die Weiterentwicklung von Viren erfolgt eigentlich aus purem Eigeninteresse: Die Mutationen helfen ihnen dabei, sich an ihren Wirt immer besser anzupassen und somit länger in dessen Körper zu überleben.

Forscher:innen des National Institute of Genetics nehmen bei ihren Recherchen das nsp14-Enzym genauer unter die Lupe. Bei der Vermehrung von Viren ist dieses dafür verantwortlich, entstandene Fehler zu korrigieren. Sich explosionsartig zu vermehren und gleichzeitig Fehlerkorrekturen zu betreiben, schient das Enzym zu überfordern. Iutor Inoue, Genetikprofessor, dazu:

Delta kann sich nicht weiter ausbreiten und gleichzeitig die Fehler reparieren, die sich auftürmen. Wir waren buchstäblich schockiert, als wir die Ergebnisse sahen. Die Delta-Variante in Japan war in hohem Maße übertragbar und hielt andere Varianten fern. Aber als sich die Mutationen häuften, glauben wir, dass es schließlich zu einem fehlerhaften Virus wurde und nicht mehr in der Lage war, Kopien von sich selbst herzustellen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Zahl der Fälle nicht zugenommen hat, gehen wir davon aus, dass das Virus irgendwann während dieser Mutationen auf sein natürliches Aussterben zusteuerte.

Andere Expert:innen gehen aber davon aus, dass der beeindruckende Rückgang auch auf die hohe Impfbereitschaft der Japaner:innen zurückzuführen sein könnte.

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