Kleine Narbe am Oberarm: Wissenswertes zur Pockenimpfung

Kleine Narbe am Oberarm: Wissenswertes zur Pockenimpfung

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum manche Menschen ab 40 Jahren eine kleine Narbe auf dem Oberarm haben. Diese Narbe stammt von der Pockenimpfung. Bis 1970 war diese Impfung in Deutschland Pflicht. 

Wieso bekommt man Pocken?

Pocken werden durch das Pocken- oder sogenannte Variola-Virus verursacht. Seit 1979 sind die Pocken - nach einer langwierigen und sorgfältig geplanten Aktion - aber ausgerottet. Daher besteht heute kein Risiko mehr, sich mit Pocken anzustecken. 

Wir wurden die Pocken ausgerottet? 

Das Hauptprinzip der Strategie bestand darin, alle Fälle und ihre Kontaktpersonen zu identifizieren und sicherzustellen, dass diese geimpft und überwacht wurden, so dass eine weitere Ausbreitung nicht mehr möglich war. 

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Die letzten Fälle traten 1977 in Somalia auf. Danach war das Virus, dass die Menschheit schon zu Zeiten der Bibel gegeißelt hatte und bei jedem Dritten zum Tod geführt hatte, endlich unter Kontrolle. Die WHO erklärte die Welt pockenfrei, weil der Erreger nur durch den Menschen weitergegeben werden kann. 

Wieso haben alle Menschen, die sich gegen das Poken-Virus impfen mussten, heute eine Narbe auf dem Oberarm? 

Bis 1980 wurde gegen Pocken geimpft, bis 1970 war diese Impfung Pflicht. Anders als heutige Impfungen wurde der Impfstoff nicht mit einer Spritze, sonder durch eine Impfpistole verabreicht. Dabei wurde die Haut eingeritzt (Sakrifikation) um eine Infektion auszulösen. Es entstand eine Pustel, die aussah wie ein Insektenstich. Nach dem Abschwellen der Haut, blieb eine kleine Vertiefung in der Haut in Form der Pustel zurück.   

Die Narbe auf dem Oberarm ist nicht zu verwechseln mit dem Wort Pockennarbe. Pockennarben sind Narben, die durch die Pocken, also die Pusteln, die sich am Körper bilden, entstanden sind.  

Was sind die Symptome bei einer Pocken-Erkrankung?

Die Krankheit macht sich zu erst durch grosse Müdigkeit bemerkbar, eindeutiges Symptom ist aber der Ausschlag, der besonders an Gesicht, Armen und Beinen auftritt. Er besteht aus vielen Pusteln, die sich zuerst mit einer klaren Flüssigkeit, später mit Eiter füllen. Im Verlauf trockenen diese Pusteln dann aus und bilden eine Kruste, die nach einiger Zeit abfällt. 

Waren Pocken ansteckend?

Ja, Pocken waren hochgradig ansteckend. Körperkontakt mit dem Patienten, aber auch Wäsche oder persönliche Gegenstände, die er berührt hatte, konnten die Krankheit übertragen. Auch über die Atemluft, durch die sogenannte Tröpfcheninfektion, konnte ein Pocken-Erkrankter sein Umfeld infizieren. Meist waren es Haushaltsmitglieder oder enge Kontaktpersonen, an die das Virus weitergegeben wurde. 

Was ist die Inkubationszeit bei einer Pocken-Erkrankung?

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome lag zwischen 7 - 19 Tage. Erst wenn bei der erkrankten Person Fieber entwickelte, respektive sich deren Schleimhäute veränderten, wurde sie für ihr Umfeld zur Ansteckungsgefahr. Das tückische dabei war, dass die für die Pocken so typischen Hautveränderungen erst bis zu fünf Tage später auftraten, während aber der Patient bereits andere Menschen infizieren konnte. 

Sind Pocken behandelbar?

Eine zeitgerechte Impfung vor Ansteckung schützt weitestgehend vor Erkrankung oder schwächt den Krankheitsverlauf zumindest ab. Bei einer Impfung, die möglichst frühzeitig nach einer Ansteckung erfolgt, ist ebenfalls von einem positiven Effekte auszugehen, der aber wahrscheinlich in der Schutzwirkung unter dem bleiben wird, was bei einer zeitgerechten Impfung vor Ansteckung erreichbar ist. 

Kann man sich heute noch gegen Pocken impfen lassen?

Der verfügbare Impfstoff ist nicht offiziell zugelassen und deshalb auch zur Zeit generell über die Apotheken nicht verfügbar. Eine generelle, prophylaktische Impfung der Bevölkerung ist zur Zeit, ohne eine konkrete Bedrohung, nicht zu befürworten, da der verfügbare Impfstoff eine im Vergleich zu heutigen Impfstoffen relativ hohe Komplikationsrate aufweist.

• Sophie Kausch
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