Das "Geimpften-Syndrom": Ein bestimmtes Verhalten solltest du nach deiner ersten Impfung vermeiden

Immer wieder berichten Ärzte von Patienten, die trotz einer ersten Impfdosis gegen Covid-19 in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Dies ist dem, wie Ärzte es betiteln, Phänomen mit dem Spitznamen "Geimpften-Syndrom" geschuldet. Wir erklären es dir.

Das "Geimpften-Syndrom": Ein bestimmtes Verhalten solltest du nach deiner ersten Impfung vermeiden
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Angesichts der fortschreitenden Impfkampagne sowie der allmählichen Lockerungen, haben einige Menschen begonnen, sich weniger an die AHA-Regeln zu halten. Ärzte und Pfleger aus Frankreich haben nun auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht, welches im schlimmsten Fall eine Infektion und damit einen Krankenhausaufenthalt nach sich zieht. Und das auch bei bereits geimpften Menschen.

Viele wiegen sich in falscher Sicherheit

Seit einigen Wochen sind die Infektions- und Inzidenzzahlen in unserem Nachbarland gesunken, aber das Virus zirkuliert immer noch aktiv auf dem gesamten französischen Territorium. Daher appellieren französische Ärzte nun an das Volk, auch nach der Verabreichung der ersten Impf-Dosis weiterhin die Barriereregeln zu befolgen.

Denn auch nach einer ersten Impfdosis ist man noch nicht vollständig vor Covid-19 geschützt. Benjamin Davido, Spezialist für Infektionskrankheiten im Krankenhaus Garches (Hauts-de-Seine) erklärt gegenüber der Tageszeitung Parisien:

Wir haben immer mehr Patienten auf unseren Stationen. Sie betrachten ihre erste Dosis als Freifahrtschein, obwohl sich die allerersten Antikörper erst nach zwei Wochen bilden und dann allmählich reproduzieren. Ich nenne es das "Geimpften-Syndrom".

Vorsicht ist daher auch nach einer ersten Injektion eines Impfstoffs gegen Covid-19 angebracht. Denn sowohl die Pfizer-, BioNTech-, Moderna- als auch AstraZeneca-Impfstoffe sind erst bei der zweiten Injektion voll wirksam. Jacques Izopet, Spezialist für Infektionskrankheiten, erklärt gegenüber der französischen Zeitung La Dépêche:

Die Wirksamkeitsraten von Impfstoffen gelten erst nach der zweiten Dosis, also dem Abschluss des kompletten Impfprogramms. Bei mRNA-Impfstoffen (wie Pfizer oder Moderna) liegt dieser Wert bei 94%. Beim AstraZeneca-Impfstoff liegt die Wirksamkeitsrate bei etwa 70%. Manchmal sogar noch mehr, wenn wir den Schutz gegen schwere Formen in Betracht ziehen, bei denen wir uns fast den 100% nähern.