Das "Mama-Gehirn": Warum Frauen nach der Geburt vergesslich werden

Was passiert im Gehirn von Frauen, wenn sie Mütter werden? Viele Frauen werden vergesslich. Einige Studien gehen der Ursache für dieses Phänomen auf den Grund.

Studie aus den USA: Deshalb wird frau vergesslich, wenn sie Mutter wird
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Immer wieder hört man von Schwangerschaftsdemenz oder dem Mama-Gehirn, doch was genau passiert eigentlich im Gehirn einer Frau, wenn sie Mutter wird?

Mit dieser Frage setzt sich die amerikanische Wissenschaftsjournalistin Abigail Tucker auseinander und schreibt ein Buch zu den zugehörigen biologischen Prozessen.

Die Defizite und Stärken von Müttern

Gleich zu Beginn ihrer Nachforschungen stellt sie fest, dass es erstaunlich wenige Studien zu dem Thema gibt. Ob es bislang nicht von Interesse oder zu kompliziert war ist unklar.

Vielleicht fanden sich aber auch einfach nicht genügend Frauen, die Mutter werden wollten und bereit waren, jahrelang ihr Gehirn ablichten zu lassen.

Dennoch finden die Forschenden heraus, dass Mütter bis zu 7 Prozent ihrer grauen Zellen verlieren. Dies nimmt mit jedem Kind zu und ab dem dritten Kind sind die Folgen unwiderrufbar.

Das bedeutet laut Tucker jedoch nicht, dass Mütter dümmer werden. Ihre Wahrnehmung verlagert sich bloß. In bestimmten Bereichen, insbesondere der Wortfindung, entwickeln sie Defizite.

In anderen Bereichen werden sie dafür effizienter. So können sie beispielsweise Farben und Geräusche besser wahrnehmen, aber auch Gesichter leichter lesen.

Von Müttern und Vätern

Anders als Frauen automatisch zu Müttern werden, brauchen Männer den regelmäßigen und engen Kontakt zu Kindern, um die Rolle eines Vaters einzunehmen.

Das könnte womöglich mit einem bestimmten biologischen Phänomen zusammenhängen. Forschungen zeigen nämlich, dass während einer Schwangerschaft Fötuszellen in den Körper der Mutter übergehen.

Inwiefern ist bisher noch nicht ganz klar, doch diese Zellen beeinflussen den Mutterkörper. Bisher ist erwiesen, dass diese Zellen unter anderem die Wundheilung fördern können.

Auch Mütter haben detaillierte Studien verdient

Anders als bei Tieren, so die Wissenschaftsjournalistin, gibt es bei "Menschenmüttern kaum feste Aktionsmuster“. Das mütterliche Verhalten wird beim Menschen in erster Linie vom Gehirn beeinflusst.

Zum Teil wird dieses tatsächlich genetisch weitergegeben, aber auch durch die Erfahrungen mit der eigenen Mutter beeinflusst. Zahlreiche tiefergehenden Studien zum Thema sind notwendig.

Zum Glück wagen sich immer mehr Forschende an das komplexe Thema heran, sodass wir hoffentlich in naher Zukunft mehr Ergebnisse erwarten können.

Übrigens: Falls ihr eurem Gedächtnis etwas Gutes tun wollt, versucht es doch mal mit einem Stück Zitrone - Sie verbessert das Gedächtnis und mildert Angstzustände.