Der Zyklus aus dem Takt: Welche Auswirkungen hat die Corona-Impfung auf die Monatsblutung?

In einer an diesem Freitag veröffentlichten Zusammenfassung stuft die französische Behörde für Arzneimittelsicherheit Menstruationsstörungen nach Impfungen mit Pfizer oder Moderna als "potentielle Nebenwirkung" ein. Dies sollte sollte geimpfte Frauen jedoch nicht beunruhigen.

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Die französische Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) berichtet über bereits 229 Fälle von Menstruationsstörungen (stärkere oder unregelmäßige Perioden) nach der Impfung mit Pfizer sowie 36 Fälle nach einer Impfung mit dem Moderna-Impfstoff. Doch wie sind diese möglichen Nebenwirkungen zu erklären?

Es gibt 2 Hypothesen

Während des Menstruationszyklus ist die Frau auf Hormone angewiesen, die von der Hypophyse und dem Hypothalamus im Gehirn ausgeschüttet werden. Stress, Reisen, andere Krankheiten oder Medikamente wie Antidepressiva können den Zyklus jedoch stören und somit die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen. Wir können davon ausgehen, dass die Veränderungen des Zyklus nach der Corona-Impfung auf Stressphänomene sowie Angstzustände durch die Pandemie zurückzuführen sind.

Es kann tatsächlich aber auch mit dem Impfstoff zusammenhängen, da Unsicherheiten über seine kurz- und langfristigen Nebenwirkungen bestehen. Dabei stellt die Gynäkologin Nasrine Calleterste im Gespräch mit ELLE zwei Hypothesen auf. Die erste Hypothese lautet: Der Impfstoff ist nicht direkt für diese Nebenwirkungen verantwortlich, aber der Stress, den er erzeugt, könnte den Menstruationszyklus verändern.

Die zweite Hypothese ist, dass der Impfstoff eine Entzündungs- und Immunantwort im Körper auslöst. Tatsächlich kann eine Entzündungsreaktion die Menstruation beeinflussen. Dies gilt insbesondere für Frauen mit Endometriose oder mit Myomen (gutartige Tumore, die sich in der Gebärmutter entwickeln), da sie stärkere Perioden bekommen können. Im Moment sind diese beiden Hypothesen noch nicht belegt. Es soll nun zu weiteren Studien kommen, um festzustellen, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Veränderungen des weiblichen Menstruationszyklus besteht.

"Kann das meine Fruchtbarkeit beeinträchtigen?"

Wenn die Impfung tatsächlich Auswirkungen auf den Menstruationszyklus hat, ist es natürlich notwendig, die Patientinnen zu warnen, damit sie sich keine Sorgen darüber machen. Im Prinzip sind diese Effekte reversibel und kurzfristig. Wenn der Impfstoff direkt für die Veränderungen des weiblichen Menstruationszyklus verantwortlich ist, dürften diese Anomalien nicht auf Dauer anhalten, der Zyklus reguliert sich von selbst.

Wenn sich die Regel ändert, könnten einige Frauen sicher auch in Panik geraten und sich fragen: "Kann das meine Fruchtbarkeit beeinträchtigen?". Im Moment haben wir noch nicht genug Einblicke in das Thema. Wenn die Zyklusstörungen, wie sie derzeit auftreten, nur vorübergehend sind, sollte dies keine Folgen haben. Aber man sollte diese Störungen weiter untersuchen, um Frauen im Falle von Nebenwirkungen informieren zu können.