Durch Coronavirus boomt Impftourismus und Darknet
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Durch Coronavirus boomt Impftourismus und Darknet

Von Ipek Nesin

In vielen Ländern läuft die Impfkampagne viel zu langsam an. Eine Bürger wollen aber nicht mehr länger auf das Vakzin gegen Covid-19 warten und finden eigene Wege...

Bisher zeigen die lange herbeigesehnten Impfstoffe nicht die ersehnte Wirkung. Alles läuft zu langsam und eine Rückkehr zur Normalität ist auch noch lange nicht in Sicht.

Doch die Angst vor einer Corona-Erkrankung, der Wunsch zurück zum alten Leben und die Ungeduld, endlich geimpft werden zu können, hat weltweit zu einem bizarren Phänomen geführt.

Reiche Mexikaner lassen sich in den USA impfen

In Mexiko werden seit Dezember letzten Jahres die ersten Corona-Impfungen durchgeführt. Dennoch hat bis heute erst ein Prozent der Bevölkerung das Vakzin erhalten.

Die mexikanische Regierung macht dafür Lieferengpässe und eine ungleiche Verteilung auf die Länder verantwortlich. Viele Mexikaner können und wollen das nicht akzeptieren und reisen aus diesem Grund in die USA, um die rettende Impfung zu bekommen.

Das führt zu einem regelrechten Impftourismus in den Bundesstaaten Florida, Texas und Kalifornien, die direkt an der mexikanischen Grenze liegen. Neben dem Flugticket und einem PCR-Test, um ins Land einzureisen, braucht es dafür noch einen Wohnsitz in den USA.

Beide Seiten sehen diese Entwicklung jedoch äußerst kritisch. Denn nur Mexikaner mit dem entsprechenden Kleingeld können es sich leisten, sich im Ausland impfen zu lassen. Gleichzeitig befürchten die Regierungen der entsprechenden US-Bundesstaaten, dass ihnen der Impfstoff weggenommen wird.

Durch Lieferengpässe reisen Reiche dorthin, wo es genügend Impfstoff gibt.   Atoms@Unsplash

Dubiose Angebote im Darknet

In anderen Ländern zeigen sich ähnlich Phänomene. So werden in Kanada Tagesausflüge mit dem Privatjet nach Florida angeboten, um eine Impfung zu bekommen.

Kostenpunkt? Schlappe 20.000 bis 65.000 Euro. Auch in Großbritannien bieten Reiseanbieter Urlaube inklusive Vakzin in die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Indien.

In Messenger-Diensten oder im Darknet werden ebenfalls Impfdosen für ungeduldige Bürger angeboten. Laut Mopo bietet ein Anbieter: "Das Vakzin ist innerhalb weniger Tage bereit und kann in alle Länder verschickt werden." Das kann bis zu 820 Euro kosten.

Menschenrechtsorganisationen befürworten dieses Vorgehen übrigens. Jeder sei dazu berechtigt sich gegen das Coronavirus zu schützen, unabhängig von seiner Nationalität. In Deutschland wird auch bereits dazu aufgerufen, die Zusammensetzung des Biontech-Pfizer-Vakzins zu verraten.


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