Sexistische Studie: "Schöne Frauen" erkranken häufiger an Endometriose
Sexistische Studie: "Schöne Frauen" erkranken häufiger an Endometriose
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Sexistische Studie: "Schöne Frauen" erkranken häufiger an Endometriose

Eine wissenschaftliche Publikation bringt Twitter-Nutzer auf die Palme, denn die Studie befasst sich mit dem Zusammenhang von einer Krankheit und dem Aussehen der Betroffenen.

Eine 2012 veröffentlichte wissenschaftliche Studie ist wieder zum Vorschein gekommen und erlebt seitdem ihr Comeback auf Twitter. In der Studie wird die Schönheit von Frauen mit verschiedenen Formen von Endometriose in Verbindung gebracht.

Zusammenhang zwischen Endometriose und Aussehen

Italienische Forscher unter der Leitung von Dr. Paolo Vercellini, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Università degli Studi in Mailand, veröffentlichten die Studie in der Zeitschrift Fertility and Sterility.

In der Studie wird schwarz auf weiß erklärt, dass „schönere“ Frauen mit „größeren Brüsten“ und einem „schlanken Körper“ mit höherer Wahrscheinlichkeit an Endometriose erkranken - einer Krankheit, die in Deutschland etwa jeden zehnte Frau betrifft.

Wissenschaftlicher sind sauer

Die Studie wird von Dr. Marieh Ghiasi der Michigan State University getweetet. Zahlreiche Wissenschaftler sind von der Publikation schockiert und haben auf Twitter darauf reagiert, da sie nicht nachvollziehen können, wie eine solche Studie überhaupt durchgeführt werden konnte.

Viele Frauen leiden an Endometriose  Westend61@Getty Images

Manche unter ihnen wussten bereits zum Zeitpunkt der Publikation vor sieben Jahren darüber Bescheid. Laut Leslie V. Farland, die darüber auf Twitter berichtet, stellt diese Studie keinen Einzelfall dar: Nur zu oft ist die Forschung zu Endometriose von Stereotypen und Sexismus geprägt.

Was ist Endometriose?

Bei der Endometriose handelt es sich um eine gynäkologische Erkrankung, die sich durch Becken- und Unterbauchschmerzen während der Periode, während des Geschlechtsverkehrs sowie beim Urinieren oder beim Stuhlgang bemerkbar macht.

Zwischen 5 und 10 % der Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen. 40 % der Frauen, die während ihrer Periode Beckenschmerzen haben, leiden unter der Erkrankung.

Von Sarah Kirsch

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