EMA erlaubt neue Covid-19-Therapie: Passive Impfung senkt Risiko für schweren Verlauf um 80 %

Schwere Covid-19-Verläufe sind zwar nicht die Norm, allerdings gibt es Personengruppen, deren Risiko dafür erhöht ist. Dazu gehören u. a. Raucher:innen, ältere Personen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Eine neue Antikörpertherapie könnte deren Risiko für einen schweren Verlauf nun um 80 % senken.

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Nachdem das RKI noch am Freitag mit der Hiobsbotschaft aufwartet, das Coronavirus verbreite sich so schnell wie noch nie, geht es gleich mit der nächsten Schreckensnachricht weiter: Die neue Virusvariante Omikron versetzt die Welt wieder in Angst und Schrecken.

Für Covid-19-Infizierte gibt es jetzt allerdings Hoffnung: Das Klinikum rechts der Isar setzt schon seit einer Weile auf eine "passive Impfung", die das Risiko für einen schweren Verlauf um 80 % mindert. Damit diese erfolgreich ist, muss eine Ansteckung allerdings so schnell wie möglich erkannt werden.

Schnelles Handeln ist gefragt

Wer nach einer Covid-19-Ansteckung innerhalb der ersten sieben Tage mit der Antikörpertherapie behandelt wird, hat gute Chancen, mit einem milden Krankheitsverlauf rechnen zu können.

Die Art der Therapie ist schon längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen, vor zwei Wochen wird sie zudem von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) offiziell zugelassen. Sie ist vor allem für chronisch kranke Menschen ein Segen, da laut einer Studie des DIZ (Deutsches Zentrum Immuntherapie), die in der Fachzeitschrift BMJ veröffentlicht wurde, jeder zehnte Mensch mit einer Autoimmunerkrankung nach der Impfung mit BioNTech keine Antikörper bildet und somit gar nicht oder nur wenig vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt ist.

Milder Verlauf und weniger ansteckend dank Antikörpertherapie

Infektiologe Christoph Spinner erklärt dem Deutschen Gesundheitsportal gegenüber, wie die passive Impfung wirkt: "Im Labor hergestellte neutralisierende Antikörper können das Virus SARS-CoV-2 inaktivieren, also de facto Schachmatt setzen."

Die Antikörper sorgen nicht nur dafür, dass das Virus nicht mehr in unsere Zellen eindringen kann, sondern tragen auch dazu bei, dass das Virus sich nicht vermehren kann. Das bringt gleich zwei Vorteile mit sich: Wer eine geringe Virenlast hat, ist nicht nur weniger ansteckend, sondern kann auch eher mit einem milden Verlauf rechnen. Zu ernsthaften Nebenwirkungen käme es nur in sehr seltenen Fällen.

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