Endlich wissen wir, warum Frauen ständig frieren
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Endlich wissen wir, warum Frauen ständig frieren

Endlich wissen wir, warum Frauen ständig frieren

Im Winter, abends, unter der Bettdecke oder auf der Terrasse: Frauen frieren immer viel schneller als Männer. Ist das reine Einbildung oder wissenschaftlich fundiert? Wir haben die Erklärung!

Ob im Großraumbüro oder zu Hause zu den Feiertagen: In der kalten Jahreszeit flammt immer wieder die alte Diskussion über die richtige Raumtemperatur auf. Meist ist den Männern ständig heiß, während die Frauen schon längst frieren. Doch was sagt die Wissenschaft dazu?

Verschiedene Parameter

In einer Radiosendung spricht der berühmte französische Fernseharzt Michel Cymes über dieses Thema. Demnach gäbe es verschiedene Gründe, warum einzelne Personen kälteempfindlicher sind als andere: Die Gene, die Schilddrüse (die sich auf die Temperaturregelung im Körper auswirkt) und auch der Fettanteil im Körper können eine Rolle spielen.

Ein paar zusätzliche Pfunde halten uns also warm. Aber Achtung, auch das Gegenteil kann der Fall sein: "Ohne verallgemeinern zu wollen, kann man doch sagen, dass übergewichtige Personen sich häufig weniger bewegen als der Durchschnitt, weshalb sich ihr Körper weniger aufheizt", erklärt Michel Cymes.

PixabayFrauen frieren im Winter oft mehr als Männer

Sportler könnten deshalb auch eher vor Kälte geschützt sein. Regelmäßiger Sport führt zu mehr Muskelaufbau, wodurch der Körper dann selbst im Ruhezustand mehr Wärme produziert. Aber wie hängt dies mit dem unterschiedlichen Kälteempfinden von Männern und Frauen zusammen? Laut Michel Cymes spielt auch die Testosteronproduktion eine Rolle.

Funktionieren Männer und Frauen unterschiedlich?

Die Moleküle, die für die Kälteempfindlichkeit zuständig sind, werden von Testosteron reguliert. Das erklärt, warum Frauen üblicherweise eher frieren als Männer.

Ist es also einfach eine Hormonsache? Laut einer Studie aus dem Jahr 1998, die von einem amerikanischen Forscherteam unter der Leitung von Han Kim durchgeführt wird, könnte der Grund ein ganz anderer sein.

Gemäß der Studie, an der 78 Männer und 141 Frauen teilnehmen, sind die Hände von Frauen im Durchschnitt um 1,5 °C kälter als die von Männern (30,66 °C im Vergleich zu 32,22 °C). Ihre innere Körpertemperatur ist allerdings um eine Spur höher als bei Männern (36,55 °C im Vergleich zu 36,33 °C).

Dies führt nun zu folgender Theorie: Frauen speichern Wärme eher rund um die inneren Organe und weniger in den Gliedmaßen. Nachdem sich die meisten Kältesensoren jedoch auf der Haut befinden, fühlen Frauen die Kälte stärker als Männer. Rätsel gelöst!

PixabayFrauen reagieren laut einer neuen Studie sensibler auf Kälte

Eine Frage der Größe

Wie das französische Wissenschaftsmagazin Science et Vie berichtet, besagt eine im Jahr 2000 von kanadischen Forschern veröffentlichte Studie, dass Körpermasse und -größe für das Kälteempfinden ausschlaggebend sind. In der Studie baden sechs Frauen und fünf Männer mit derselben Körpermasse und -größe eine Stunde lang in 18 °C kaltem Wasser. Als sie aus dem Wasser heraussteigen, ist bei allen die Körpertemperatur um denselben Wert gesunken.

Diese Studie legt nahe, dass Frauen im Alltag nur deshalb sensibler auf Kälte reagieren als Männer, weil sie auch dünner sind. Je schlanker wir sind, umso größer ist die Körperoberfläche in Relation zum Körpervolumen und umso eher verlieren wir an Wärme. Wenn ihr also sehr dünn seid, empfehlen wir euch wärmstens, euch mit einer kuscheligen Daunenjacke für den Winter einzudecken!

Von Martin Gerst

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