Endometriose: 3 Fakten, die ihr noch nicht über diese Krankheit wusstet
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Endometriose: 3 Fakten, die über die Krankheit wenig bekannt sind

Anlässlich der europäischen Woche zur Prävention von Endometriose, wollen wir mal einen genaueren Blick auf diese recht unbekannte Krankheit werfen. Immerhin ist 1 von 10 Frauen davon betroffen, die ein großes Risiko für die Fruchtbarkeit darstellt.

"Es ist normal, Schmerzen zu haben, wenn man seine Tage hat", diesen Satz hört man als Frau wahrscheinlich ziemlich häufig. Als wäre es unser Schicksal, während der Menstruation Schmerzen im Becken, Bauch und Lendenbereich zu haben, sich übergeben zu müssen und Verdauungsbeschwerden zu haben oder aber beim Sex zu leiden.

All das sind nämlich Symptome der Endometriose, einer gynäkologischen Erkrankung, die bei 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Die Krankheit greift die Gebärmutterschleimhaut an und wandert dann über die Eileiter in andere Geschlechtsorgane und das Bauchfell. Außerdem können das Harnsystem, der Verdauungstrakt und selten die Lungen betroffen sein.

Obwohl die Krankheit eine große Gefahr für die Fruchtbarkeit darstellt, ist sie bisher kaum erforscht und es gibt auch noch keine wirksame Behandlungsmethode.

Viel zu späte Diagnose

Da die Endometriose eine sehr komplexe Erkrankung ist, die in unterschiedlichsten Formen auftreten kann und der Kenntnisstand darüber bislang recht eingeschränkt ist, fällt die Diagnose meist sehr schwer und dadurch zu spät aus: Durchschnittlich sechs Jahre nach Auftreten der ersten Symptome. Häufig werden die Beschwerden als Blähbauch oder Menstruationsbeschwerden abgetan.

Die verspätete Diagnose führt zu einer Verschärfung der Erkrankung, sowie Häufung an Arztbesuchen aufgrund jahrelanger Schmerzen. Dabei gibt es bereits Mittel, die die Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen können. Aber auch andere Krankheiten können durch Endometriose ausgelöst werden.

Bei rechtzeitiger Diagnose kann man eine Hormontherapie, eine künstliche Menopause oder sogar einen chirurgischen Eingriff in Erwägung ziehen und mit Arzt oder Ärztin besprechen.

Schwangerschaft als Lösung?

"Bekommen Sie Kinder und es wird besser", musste sich Anastasia, 41 Jahre, von einem Gynäkologen sagen lassen, der ihr verkündet hat, dass sie "wahrscheinlich eine leichte Endometriose hat".

Eine Aussage, die sie ziemlich aufwühlt, denn eigentlich will sie überhaupt keine Kinder und sonst wird ihr keine alternative Behandlungsmethode angeboten.

Die lang gehegte Theorie, eine Schwangerschaft würde die Erkrankung heilen, konnte mittlerweile widerlegt werden. Sie macht einfach neun Monate Pause.

Das erklärt Gynäkologin und Geburtshelferin, Isabella Chavanaz Lacheray vom Endometriose-Zentrum in der Tivoli-Klinik in Bordeaux gegenüber dem französischen Sender France Inter:

Die erste Behandlungsmöglichkeit von Endometriose ist die Unterdrückung der Periode. Während der Schwangerschaft, erfährt die Patientin Linderung, weil sie ihre Menstruation nicht bekommt. Das verzögert die Entwicklung der Erkrankung. Deswegen ist man lange Zeit davon ausgegangen, dass eine Schwangerschaft die Endometriose heilen würde. Doch das ist falsch, sie wird lediglich pausiert.

Stars gegen Endometriose

Lena Dunham, Imany, Hillary Clinton, Marilyn Monroe … Auch zahlreiche Stars sind heute von der Erkrankung betroffen. Viele nutzen ihre Bekanntheit, um über die Krankheit aufzuklären, aber auch, um die Behörden zum Handeln zu bewegen. Doch hat Endometriose nichts mit Schönheit zu tun, wie es diese sexistische Studie nahelegt.

Das wird auch mal Zeit, denn betroffene Frauen sind von der Endometriose enorm beeinträchtigt, ohne zu wissen, worunter sie leiden. Fälle wie diese Frau sind gar nicht so unhäufig.


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