Frau leidet an Endometriose: Diese Krankheit beeinträchtigt ihr Leben enorm
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Endometriose: Das Leben dieser Frau wird enorm beeinträchtigt

Über diese Krankheit ist nur sehr wenig bekannt, trotzdem leidet in Deutschland fast jede zehnte Frau daran. Deshalb geben wir euch einen Überblick über die Krankheit anhand von Irenes Geschichte - einer Krankheit, die als solche noch nicht wirklich in den Köpfen angekommen ist.

Irene leidet an Endometriose. Gegegenüber der Berliner Zeitung erzählt sie, wie die chronische Krankheit ihr Leben bestimmt. Sie leidet an Schmerzen, die immer da sind.

Besonders stressige Situationen – dazu gehört in den Urlaub fahren, Konzerte besuchen und ähnliche Freizeitvergnügen, die eigentlich Freude machen sollten – verschlimmern die Schmerzen, die sich in ein messerscharfes Stechen verwandeln, sodass Irene sich krümmen muss.

Kein Ansprechpartner

Alles beginnt, als Irene mit vierzehn Jahren zum ersten Mal ihre Regel bekommt. In der Nacht muss sie stündlich ihre Binde wechseln, da sie so stark blutet. Gegenüber der Berliner Zeitung sagt sie: "Ich habe gedacht, so ist das halt."

Irene wächst im Norden Spaniens auf. In ihrer Familie spricht man nicht über "Frauenprobleme". Nicht mit der Mutter und auch nicht mit den Freundinnen – woher also soll Irene also wissen, dass es nicht normal ist, sich stündlich die Binde zu wechseln?

Doch genau diese Gespräche unter Mädchen und Frauen sind wichtig, um sich Tipps zur Schmerzlinderung zu geben, wie diese Hausmittel gegen Periodenkrämpfe. Auch diese Tipps helfen, die Regelblutung erträglicher zu machen.

Pille hilft nur bedingt

Auch Irenes Gynäkologin denkt sich nichts dabei und erklärt Irenes starke Blutungen damit, dass sie eben an einer besonders starken Regel leide. Ihre Lösung? Sie verschreibt Irene die Pille und Spritzen gegen Eisenmangel.

Die Pille lindert zwar ein wenig Irenes Krämpfe, doch dafür nimmt die damalige Studentin zwanzig Kilo zu, leidet an geschwollenen Beinen und hohem Blutdruck. Sie setzt die Pille wieder ab und bekommt zusätzlich zu den Regelschmerzen Durchfall, Bauch-, Rücken- und Muskelschmerzen.

Falsche Diagnosen

Verzweifelt wendet Irene sich an verschiedene Ärzte: Ihre Hausärztin vermutet Stress und diagnostiziert ein geschwächtes Immunsystem. Im Berliner Schmerzzentrum wird Irene auf Fibromyalgie, Arthritis, Lyme-Borreliose und Morbus Bechterew untersucht.

Bei einem letzten Versuch unterhält sie sich zehn Minuten mit einem jungen Arzt, der ihr Antidepressiva verschreiben will, da die Symptome psychosomatisch seien – eine Diagnose, die vor allem Frauen gestellt wird. Frauen werden doppelt so oft wie Männer mit Antidepressiva behandelt.

Irene verweigert den Arztbesuch

Nach dieser Erfahrung weigert Irene sich zwei Jahre lang, die Hilfe von Medizinern aufzusuchen. Stattdessen stößt sie im Internet auf einen Text von Lena Dunham, einer amerikanischen Schauspielerin und Regisseurin, die ihr Leben mit Endometriose beschreibt.

Frau mit Bauchschmerzen Yuttana Jaowattana / EyeEm@Getty Images

Sie geht damit zu ihrer Gynäkologin und nur zwei Wochen später hat sie ihren ersten OP-Termin. Die behandelnde Ärztin bestätigt Irenes Vermutung: Irene leidet an Endometriose, wie etwa jede zehnte Frau in Deutschland.

Endlich hat Irene die richtige Diagnose, doch jetzt muss sie sich damit abfinden, dass die chronische Krankheit weiterhin ihr Leben bestimmen wird.

Irene lernt mit dem Schmerz zu leben, jetzt wo sie eine Erklärung hat und nutzt die sozialen Netzwerke, um sich mit anderen Betroffenen auseinanderzusetzen und um von ihrem Leben mit der Krankheit zu berichten und so auf Endometriose aufmerksam zu machen.

Diese Aufklärungsarbeit zeigt, wie wichtig "Period Positivity" ist und dass ein offener und positiver Diskurs über die Periode in den Alltag gehört, um Frauen jeden Alters zu helfen. In unserem Video erfahrt ihr weitere wichtige Details zu der Krankheit, unter anderem die Symptome und wie die Krankheit entsteht.


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