Für ein Selfie: Tourist:innen riskieren Covid-Ansteckung bei vom Aussterben bedrohten Tieren

Orang-Utans gibt es in der freien Wildbahn nur noch auf zwei indonesischen Inseln: Auf Sumatra leben etwa 14.000 Exemplare, auf Borneo etwa 50.000. Die Art ist vom Aussterben bedroht - das hält Tourist:innen nicht davon ab, für Selfies mit den Tieren zu posieren und sie so zu gefährden.

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Um sich mit wilden Tieren abbilden zu lassen, machen Menschen ziemlich dumme Sachen. Eine Frau kletterte zum Beispiel in das Gehege eines Jaguars. Sogar Instagram hat sich den Kampf gegen Selfies mit Wildtieren auf die Flaggen geschrieben. Und trotzdem können viele Menschen es nicht lassen.

Nicht nur Selfies: Besucher:innen füttern und streicheln Tiere

Das mussten jetzt Forscher:innen u. a. von der Oxford Brookes Universität erneut feststellen. Sie haben die sozialen Medien auf Selfies mit Orang-Utans durforscht und einiges gefunden, wie dailymail.co.uk berichtet.

Ökologin und Doktorandin Emma Hankinson an der Oxford Brookes Universität berichtet, was das Forscherteam im Internet findet:

Auf den Fotos, die wir analysiert haben, sahen wir Touristen, die Orang-Utans berührten, streichelten, kuschelten, fütterten und ihnen für Selfies sehr nahekamen.

Mensch kann Tiere infizieren

Nicht nur, dass das nicht artgerecht ist: Es gibt in indonesischen Nationalparks wie Gunung Leuser nicht umsonst Regeln, die besagen, dass man sich den Tieren nicht mehr als zehn Metern nähern darf.

Der Grund dahinter ist, dass Menschen Zoonosenkrankheiten auf die Orang-Utans übertragen können. Auch Covid können wir auf die Tiere übertragen und somit eine tödliche Infektion bei den Menschenaffen auslösen, die auf der Roten Liste als "vom Aussterben bedroht" eingestuft werden.

Pandemie als Chance begreifen

Trotz der Bedrohung sieht Hankinson in der Corona-Pandemie auch eine Hoffnung für die Tiere:

Die Covid-19-Pandemie hat das Bewusstsein der Menschen für das Krankheitsrisiko geschärft, und wir hoffen, dass sich dies positiv auf das Verhalten der Besucher des Gunung-Leuser-Nationalparks und anderer Menschenaffen-Tourismusgebiete auswirkt, sodass sie sich eher an die Regeln halten werden.

Denn die Studie, deren Hauptautorin die Naturschutzbiologin Andrea Molyneaux ist, hat aufgedeckt, dass viele der Nationalpark-Besucher:innen gar nichts von den Regeln mitbekommen. Anscheinend gibt es seitens der Nationalparks und der ansässigen Naturschutzgemeinschaft eine mangelnde Motivation, die Regeln verstärkt zu kommunizieren.

Im Video verraten wir dir, alles, was du über Orang-Utans wissen musst!

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