Gebärmutterhalskrebs: Dieser Irrglaube gefährdet die Gesundheit vieler Frauen
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Gebärmutterhalskrebs: Dieser Irrglaube gefährdet die Gesundheit vieler Frauen

Von Sarah Kirsch

Manche Frauen denken, sie müssten keine Vorsorgeuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs machen. Ein Irrglaube mit fatalen Folgen - das Gesundheitswesen schlägt Alarm.

Das britische Gesundheitswesen (National Health Service oder kurz NHS) kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: einer Umfrage zufolge glauben acht Prozent der Befragten, dass lesbische und bisexuelle Frauen sich nicht auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen müssen.

Überraschende Studie

Die an 600 Frauen durchgeführte Studie zeigt außerdem, dass auch viele Frauen gar nicht wissen, dass ein solcher Test notwendig oder verpflichtend ist.

Demzufolge sind viele lesbische und bisexuelle Frauen der Gefahr von Gebärmutterhalskrebs ausgesetzt und das nur wegen des gefährlichen Irrglaubens, ihre sexuellen Praktiken könnten diese Erkrankung nicht hervorrufen. Diese Auffassung ist laut eines Berichtes aus dem Jahr 2020 einer der Hauptgründe für eine mangelnde Krebsvorsorge.

Ein hartnäckiger Irrglaube

Bei dieser Auffassung handelt es sich um einen Irrglauben, und Mediziner und Medizinerinnen wiederholen immer wieder: alle sexuellen Praktiken können die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen Papillomaviren übertragen.

Obwohl sie davon wissen, schätzen 21 Prozent der befragten Frauen, dass sie weniger gefährdet sind als heterosexuelle Frauen. Ein Glaube, der sich hartnäckig in den Köpfen verankert hat, aber absolut falsch ist: Die Tatsache, dass keine tiefe Penetration der Vagina zustande kommt, schließt eine Erkrankung keinesfalls aus.

50.000 Engländerinnen (lesbische und bisexuelle Frauen) haben demzufolge noch keine Vorsorgeuntersuchung machen lassen. Eine alarmierende Zahl, die Michael Brady, Spezialist für LGBT-Medizin, stark kritisiert:

Krebs unterscheidet nicht. Wenn man einen Gebärmutterhals hat, kann man auch die Krankheit bekommen.

In Großbritannien wurden 2018 71 Prozent der Frauen zwischen 25 und 64 Jahren getestet. In Frankreich waren es nur 60 Prozent.

Die Gefahr des Irrglaubens

Im medizinischen Umfeld hat man es häufig mit falschen Auffassungen bestimmter Krankheiten zu tun, die die Vorsorge und Früherkennung verkomplizieren. Als AIDS aufkommt, wird die Krankheit konsequent als Krankheit Homosexueller eingestuft.

Obwohl die LGBTQIA+-Gemeinschaft besonders stark von HIV betroffen ist, hat man in der Gesellschaft mittlerweile erkannt, dass nicht nur homosexuelle sondern auch heterosexuelle Menschen von der Krankheit betroffen sein können.


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