Gebärmutterhalskrebs: Dieser Irrglaube gefährdet die Gesundheit von vielen Frauen

Aufgrund ihrer sexuellen Praktiken, denken manche Frauen, sie müssten keine Gebärmutterhalskrebsuntersuchung machen. Ein Irrglaube mit fatalen Folgen. Im Vereinigten Königreich hat jede fünfte Frau diesbezüglich noch keine Vorsorgeuntersuchung gemacht. Das Gesundheitswesen schlägt Alarm.

Das britische Gesundheitswesen (National Health Service oder kurz NHS) kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: einer Umfrage zufolge glauben 8% der Befragten, dass lesbische und bisexuelle Frauen sich nicht auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen müssen. Die an 600 Frauen durchgeführte Studie zeigt außerdem, dass auch viele Frauen gar nicht wissen, dass ein solcher Test notwendig oder verpflichtend ist.

Demzufolge sind viele lesbische und bisexuelle Frauen der Gefahr von Gebärmutterhalskrebs ausgesetzt und das nur wegen des gefährlichen Irrglaubens, ihre sexuellen Praktiken könnten diese Erkrankung nicht hervorrufen. Diese Auffassung ist laut eines Berichtes von Juni dieses Jahres einer der Hauptgründe für eine mangelnde Krebsvorsorge.

Ein hartnäckiger Irrglaube

Bei dieser Auffassung handelt es sich um einen Irrglauben, und die Mediziner wiederholen immer wieder: alle sexuellen Praktiken können die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen Papillomaviren übertragen.

Obwohl sie davon wissen, schätzen 21% der befragten Frauen, dass sie weniger gefährdet sind als heterosexuelle Frauen. Ein Glaube, der sich hartnäckig in den Köpfen verankert hat, aber absolut falsch ist: Die Tatsache, dass keine tiefe Penetration der Vagina zustande kommt, schließt eine Erkrankung keinesfalls aus.

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50.000 Engländerinnen (lesbische und bisexuelle Frauen) haben demzufolge noch keine Vorsorgeuntersuchung machen lassen. Eine alarmierende Zahl, die Michael Brady, Spezialist für LGBT-Medizin, stark kritisiert: „Krebs unterscheidet nicht. Wenn man einen Gebärmutterhals hat, kann man auch die Krankheit bekommen", sagt er.

In Großbritannien wurden 2018 71% der Frauen zwischen 25 und 64 Jahren getestet. In Frankreich waren es nur 60%.

Die Gefahr des Irrglaubens

Im medizinischen Umfeld hat man es häufig mit falschen Auffassungen bestimmter Krankheiten zu tun, die die Vorsorge und Früherkennung verkomplizieren. Als AIDS aufkommt, wird die Krankheit konsequent als Krankheit Homosexueller eingestuft. Obwohl die LGBT-Gemeinschaft besonders stark von HIV betroffen ist, hat man in der Gesellschaft mittlerweile erkannt, dass nicht nur homosexuelle sondern auch heterosexuelle Menschen von der Krankheit betroffen sein können.

Von der Redaktion
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