Gesundheitsjournalistin: "Meine Kinder sind Versuchskaninchen für Corona-Impfstoff"
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Gesundheitsjournalistin: "Meine Kinder sind Versuchskaninchen für Corona-Impfstoff"

Damit das Coronavirus schnell besiegt werden kann, müssen auch jüngere Menschen wie Teenager geimpft werden. Den Unternehmen fehlen aber häufig Teilnehmer. Sheila Mulrooney Eldred hat ihre beiden Kinder daher für die Moderna-Studie angemeldet.

Die Corona-Forschung benötigt nun auch Ergebnisse zur Wirkung ihrer Impfstoffe an Kindern. AstraZeneca testet zurzeit seinen Impfstoff an Kindern zwischen 6 und 17 Jahren. Immer mehr Kinderärzte fordern auch die Impfung der Jüngsten unserer Bevölkerung.

Gesundheitsjournalistin Sheila Mulrooney Eldred ist überzeugt von der Wirkung des Moderna-Impfstoffs gegen das Coronavirus – so sehr, dass sie ihre Kinder zu einer Studie angemeldet hat, bei der Impfstoff an Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren getestet wird. Sie selbst bezeichnet ihren Sohn und ihre Tochter als Versuchskaninchen.

"Teil eines historischen Moments in der Wissenschaft"

Um die Pandemie zu beenden sei es wichtig, dass auch junge Menschen geimpft werden, denkt die Journalistin. Die Forschung dazu geht aber nur schleppend voran, weil es den Unternehmen schwer fällt, Teilnehmer zu finden. Pfizer konnte erst Ende Januar alle 2.259 Plätze besetzen, Moderna hingegen sucht noch immer Jugendliche.

Bis entsprechende Daten vorliegen, kann es noch bis 2022 dauern, erklärt der Geschäftsführer von Moderna, Stéphane Bancel. So lange will Mulrooney Eldred nicht warten und meldet ihre Kinder Wes und Zoe für die Moderna-Studie an. In ihrem Essay in der New York Times schreibt sie:

Meine Familie wollte sich unbedingt für eine Studie anmelden, die uns eine Chance auf eine frühe Immunität und die Möglichkeit bieten würde, Teil eines historischen Moments in der Wissenschaft zu sein.
Ihre Kinder dienen der Corona-Impfstoff-Forschung als "Versuchskaninchen". Ksenia Chernaya@Pexels

Wes und Zoe zeigen Nebenwirkungen

Für die Studie müssen sich Wes und Zoe neben der Impfung mehreren Nasenabstrichen und Blutabnahmen unterziehen. Außerdem sollen sie ein Online-Tagebuch über ihre Symptome führen. Entschädigt werden sie dafür mit 75 Dollar pro Praxisbesuch und 30 Dollar pro Woche für ihre Tagebucheinträge.

Indem sie Jugendliche testen, wollen Forscher herausfinden, ob die Nebenwirkungen und die Wirksamkeit des Impfstoffs bei ihnen ähnlich wie bei Erwachsenen ausfallen.

Einen Tag nach der Impfung bekommt Mulrooney Eldreds Tochter Schüttelfrost und Fieber. Doch anstatt sich Sorgen um ihre Tochter zu machen, freut sich die Journalistin darüber, dass Zoe vermutlich den richtigen Impfstoff und nicht nur ein Placebo bekommen hat. Genauso gelöst ist die Lage, als Wes eine Woche später eine Ausschlag um die Injektionsstelle bekommt.

Erwachsenen, die das Placebo bekommen haben, wird echte Impfung angeboten

Ob ihre Kinder das Serum oder nur ein Placebo bekommen haben, weiß Sheila Mulrooney Eldred zum Zeitpunkt ihrer Publikation noch nicht. In ein paar Monaten wird sie die Ergebnisse der Studie erhalten.

Erwachsene Teilnehmer, die das Placebo bekommen haben, wurde nach der Studie der Impfstoff angeboten. Was Wes und Zoe machen möchten, nachdem sie sicher sind, dass sie die echte Dosis bekommen haben? Ihre geimpften Großeltern in den Arm nehmen und sich mit Freunden treffen.


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