Großbritannien: Impfgegner werden vegan, um Impfung zu entgehen

In Großbritannien stellen aktuell viele Impfgegner:innen ihre Ernährung um, da man dann von der allgemeinen Impfpflicht ausgenommen ist, wenn man vegan lebt.

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Im Vereinigten Königreich breitet sich aktuell ein besorgniserregender Trend aus: Immer mehr Impfgegner:innen behaupten dort nämlich, vegan zu sein, um der verpflichtenden Impfung zu umgehen.

Die Bewegung hat noch einmal an Aufwind gewonnen, als Rechtsexpert:innen erklärten, Unternehmen könnten ihre Mitarbeitenden nicht zu einer Impfung zwingen, wenn diese vegan sind.

2020 wurde der ethische Veganismus in Großbritannien zu einer philosophischen Überzeugung erklärt, die entsprechend rechtlich geschützt ist. Da für die Herstellung der Covid-Impfungen auch Tierversuche durchgeführt wurden, widerspreche dies der Philosophie von Veganer:innen.

Impfgegner:innen werden vegan

Viele Impfgegner:innen, die eigentlich gar nicht vegan leben, machen sich diese Regelung nun zunutze und geben vor, auf eine rein pflanzliche Ernährung umgestiegen zu sein.

Auch der rechte Aktivist Laurence Fox, der sich stets vehement gegen die Corona-Einschränkungen starkmachte, gibt kürzlich über Twitter seine Ernährungsumstellung bekannt:

Ich werde nur noch pflanzliche Nahrung essen und rosig gebratenes Rumpsteak. Hühnchen, Schweineschwarte und Salami.

Auch wenn sein Tweet nur ein Witz sein mag, gibt er durchaus Grund zur Sorge, dass Impfgegner:innen diese Regel als Entschuldigung nutzen, um sich vor der Impfpflicht zu drücken.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, appellieren zahlreiche Veganer:innen sowie Tierschutzaktivist:innen an Impfgegner:innen und Veganer:innen, sich impfen zu lassen, wenn bei ihnen keine gesundheitlichen Einwände bestehen.

Warum sollten sich Veganer:innen impfen lassen?

Dr. Julia Baines ist Autorin bei PETA UK und wissenschaftliche Politikberaterin, gegenüber Euronews berichtet sie, dass sie bereits doppelt geimpft sei, obwohl sie vegan lebe.

Ihrer Meinung nach helfe es den Tieren, an denen bereits Tests durchgeführt wurden, nicht, wenn man sich aufgrund ethischer Belange weigerte, Medizin zu nehmen und sie fügt hinzu:

Was wir brauchen ist eine Veränderung des Gesetzes, sodass Tiere bei den Versuchen nicht länger leiden müssen. Aus diesem Grund arbeitet PETA und unsere internationalen Partner mit Regierungsbehörden im Vereinigten Königreich und im Ausland, um auf das wissenschaftliche Versagen von Tierversuchen aufmerksam zu machen und für die Entwicklung, den Einsatz und die Anerkennung moderner und tierfreier Versuchsmethoden zu werben.

Weil Impfgegner:innen durch ihre Impfverweigerung ihre Mitmenschen gefährden, fordern Ökonomen sogar strikte Maßnahmen gegen Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen.

Aber mal was ganz anderes: Wusstet ihr eigentlich, dass eine vegane Ernährung durchschnittlich besser vor Corona schützt, als eine normale Ernährung mit Fleisch?