Händeschütteln soll jetzt verboten werden

Händeschütteln soll jetzt verboten werden

In einer Klinik in der Schweiz geben Ärzte ihren Patienten nicht mehr die Hand. Der Grund dafür erhält bei einigen Medizinern Zustimmung, doch andere finden das Verbot viel zu übertrieben.

Die Tagesklinik Muri in der Schweiz ruft dazu auf, den Händedruck zwischen Ärzten und Patienten künftig zu unterlassen. Die Begründung ist, dass laut der WHO rund 80 % aller Infektionskrankheiten über die Hände weitergegeben werden. Aus diesem Grund haben sie beschlossen, statt dem Händedruck einfach ein Lächeln als Zeichen der Begrüßung zu verwenden.

Andere Krankenhäuser halten am Händeschütteln fest 

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Dr. Stefan Kuster, Leitender Arzt der Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich, erklärt: „Händeschütteln ist in unserer Kultur fest verankert, es ist eine Form der Kontaktaufnahme und des gegenseitigen Respekts.“ Darum bestehe ein solches Verbot an seiner Klinik nicht. Stattdessen desinfiziert der behandelnde Arzt vor und nach jedem Patientenkontakt die Hände. Auch Daniel Koch, Leiter der Abteilung für Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), sieht keine Notwendigkeit für die Maßnahme der Tagesklinik Muri: „Der größte Teil der Krankheitsübertragungen passiert bei der Pflege und nicht bei der Begrüßung.“

Bisher keine Studien zum Händedruck veröffentlicht  

Ob die Vorsichtsmaßnahme wirklich nötig ist, lässt sich bisher noch nicht sagen. Laut WHO gibt es bisher noch keine Studie oder Empfehlung zum Händeschütteln zwischen Doktor und Patient. Daher ist es momentan auch noch unmöglich zu sagen, wie viele Patienten sich aufgrund des Händedrucks mit ihrem Mediziner eine Infektion holen. Die Empfehlung der WHO lautet, die medizinische Handhygiene „in Übereinstimmung mit der lokalen Kultur zu regeln.“

Feline Daniel
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