Hantavirus in Deutschland: Wird 2021 zum Epidemiejahr?

Nicht nur Coronaviren können unser Leben beeinflussen. Im Süden Deutschland steigen momentan die Infektionszahlen von Menschen, die am Hantavirus erkranken.

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Corona mindert unsere Aufmerksamkeit hinsichtlich anderer Viren. Dank der Corona-Schutzmaßnahmen sind andere Infektionskrankheiten auf dem Rückzug.

So beispielsweise in diesem Jahr die Grippe. Dennoch halten sich andere Viren dagegen tapfer und wüten. Vor allem Baden-Württemberg und Bayern sind vom Hantavirus betroffen.

Wird 2021 ein Epidemiejahr?

Bis Mitte Juni werden in Deutschland, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, bereits viermal mehr Fälle registriert, als im gesamten Vorjahr, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt.

Dieser Umstand kann allerdings damit relativiert werden, dass 2020 kein sehr Hantavirus-trächtiges Jahr gewesen ist. Den Rekord hält das Jahr 2012.

Damals verzeichnet Deutschland etwa 2800 Hantavirus-Infektionen. Die 2021 bislang verzeichneten 930 Fälle weisen darauf hin, dass der Rekord in diesem Jahr gebrochen werden könnte.

Bei Hantavirus-Infektionen werden allerdings seit jeher von Jahr zu Jahr starke Schwankungen beobachtet, es liegt also kein besonderer Grund zur Besorgnis vor.

Wie kann man sich mit dem Hantavirus infizieren?

Vor allem Rötelmäuse und Brandmäuse übertragen das Hantavirus. Diese erkrankten Tiere scheiden das Virus über Speichel, Urin und Kot aus. Die Exkremente können zu feinem Staub zerfallen.

Besonders dann können sie über mehrere Tage hinweg infektiös bleiben. Menschen können sich durch das Einatmen von Kot-Staub-Partikeln anstecken.

Dazu kann es bei Garten- oder Waldarbeiten kommen. Eine Weitergabe des Virus von Mensch zu Mensch oder eine Ansteckung über Haustiere findet (RKI) wahrscheinlich nicht statt.

Auch eine Übertragung über Mücken, Zecken oder andere Vektoren ist nicht erwiesen. Auch bezüglich der Symptome gibt es erstmal keinen Grund zur Panik.

Typische Symptome

Viele Hantavirus-Infektionen verlaufen gänzlich ohne Symptome. Hantaviren können aber auch grippeähnliche Beschwerden hervorrufen, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Auch Übelkeit und Erbrechen treten hin und wieder auf. Schlimme Verläufe ziehen die Nieren in Mitleidenschaft. Im schlimmsten Fall tritt Akutes Nierenversagen ein.

Es gibt bislang keine Impfung, die gegen Hantaviren schützt. Im Krankheitsfall müssen sich die behandelnden Ärzt:innen deshalb auf die Behandlung der Symptome beschränken.