Impfstoff-Knappheit in Deutschland: Wer hat Schuld?
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Impfstoff-Knappheit in Deutschland: Wer hat Schuld?

Schon kurz nach dem Start der Impfkampagne gehen den ersten Bundesländern die Vakzine-Dosen aus. Politik und zuständige Unternehmen schieben sich gegenseitig die Schuld für die Knappheit in die Schuhe - das akute Problem wird dadurch jedoch nicht gelöst.

Schon wenige Wochen nach dem Start der so groß angekündigten Impfkampagne gehen den ersten deutschen Bundesländern die Vakzine-Reserven aus. In Nordrhein-Westfalen muss der Start der Impfungen für zu Hause lebende Über-80-Jährige verschoben werden. Niedersachsen kritisiert derweil, dass ihnen deutlich weniger Dosen zur Verfügung stehen als zunächst angenommen und auch Brandenburg kann nicht in der gewünschten Geschwindigkeit seine Bevölkerung durchimpfen. Wie konnte das passieren?

EU-Kommission trödelt bei Impfstoff-Bestellungen

Schon seit längerem steht fest, dass die EU-Kommission beim Ordern des Impfstoffes zu lange gezögert hat. Doch anstatt selbst die Initiative zu ergreifen, hat die deutschen Bundesregierung ebenfalls abgewartet - nur um nun das zuständige Unternehmen Pfizer für den Impfverzug verantwortlich zu machen.

Pfizer muss aufgrund der hohen (und verspäteten) Nachfrage aktuell sein Werk in Belgien umbauen. Das führt zu einer erneuten Verzögerung, von der Gesundheitsminister Spahn gerne vorher gewusst hätte. Bezüglich des Umbaus meint er:

Das ist natürlich ein Thema, das auch verärgert - nicht nur die Kolleginnen und Kollegen der Länder, die Bürgerinnen und Bürger, die es betrifft, wenn jetzt Termine sich verschieben, natürlich auch mich. [...] Es ist sehr, sehr unbefriedigend, dass uns das über Nacht mitgeteilt worden ist.

Pfizer und Biontech zu unrecht kritisiert?

Biontech, die zusammen mit Pfizer für die Herstellung des lebensrettenden Impfstoffes zuständig sind, fühlt sich zu unrecht beschuldigt. Eine Sprecherin des Mainzer Unternehmens erklärt auf eine Bild-Anfrage:

Wir kommunizieren entsprechende Änderungen schnellstmöglich und arbeiten mit allen Beteiligten daran, zügig praktikable Lösungen zu finden, mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen ein Impfangebot machen zu können.

Hätte die Bundesregierung früher handeln müssen? Oder Pfizer besser kommunizieren? Den Menschen, die sehnsüchtig auf den rettenden Impfstoff warten, dürfte das herzlich egal sein. Wichtig ist nur, nun die Vakzine-Knappheit zu überwinden, um die Kampagne schnellstmöglich wieder anlaufen zu lassen.


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