Impfung für Kinder im Herbst: Ärtzeverband warnt vor Massenimpfung in der Schule

Biontech prescht mit Impfungen für Kinder voran. Nach den USA und Kanada könnte es auch in Deutschland bald soweit sein. Doch dabei gibt es einige Punkte zu beachten.

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Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist erfolgreich: In Kanada und den USA dürfen Kinder ab zwölf Jahren seit einigen Tagen die Spritze gegen das Coronavirus erhalten.

Auch in Europa soll es bald soweit sein. Aktuell prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA die Sachlage. Die Frage ist, was passiert, wenn es soweit ist?

Mindestens seit Beginn der Corona-Impfungen beschäftigen sich die Menschen mit der Frage, wann der Zeitpunkt kommt, zu dem auch unsere Kinder geimpft werden sollen.

Impfangebot für Kinder bis Ende des Sommers

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll Deutschland bis zum Ende der Sommerferien 2021 allen Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ein Impfangebot gemacht haben.

Zu diesem Zeitpunkt könnten einige Minderjährige idealerweise schon beide Impfungen erhalten haben. Das würde auch den Schulbetrieb nach den Sommerferien beeinflussen.

Wie auch zu Anfang mit den Corona-Beschränkungen, wollen die Bundesländer nun eigene Konzepte entwerfen. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten.

Was man beachten muss

Zunächst muss Der Bund die benötigten Impfdosen sichern - Insgesamt wären für die vollständige Immunisierung dieser Altersgruppe zehn Millionen Dosen nötig.

Die Anschaffung von Corona-Impfstoff erweist sich jedoch schon in der Vergangenheit für Deutschland als problematisch. Auch das Ausmaß der Impfungen muss festgelegt werden.

Ob die Kinder und Jugendliche, wie momentan die Erwachsenen, in Impfzentren eingeladen oder lieber in der Schule nacheinander geimpft werden, müssen die Länder entscheiden.

Ärzte warnen vor Massenimpfungen in Schulen

Momentan ist das Ziel der EMA, die Zulassung von Biontech für Kinder bis Juni durchzukriegen. Die Direktorin der EMA Emer Cooke sagt gegenüber dem Handelsblatt:

Wir haben am 30. April mit der Prüfung begonnen. Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.

Während es, wie bei anderen Impfstoffen auch, bei Biontech zu ganz normalen Nebenwirkungen kommt, warnen Kinderärzte nun vor den Risiken einer Reihenimpfung, wenn die Schule wieder losgeht.

Dem Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach zufolge, ist eine solche Vorgehensweise nicht die beste Lösung, wie er der Ärzte Zeitung sagt.

Obwohl Impfschäden im Allgemeinen in relativ geringer Zahl vorkommen, müsse seiner Meinung nach immer der oder die Erziehungsberechtigte in die Entscheidung involviert sein. So sagt er:

Ein Nullrisiko gibt es nie.

Eine vertrauensvolle Beratung sei bei dieser Angelegenheit überaus wichtig. Eltern sollten generell darüber informiert sein, zu welchem Zeitpunkt sie ihr Kind am besten impfen lassen.