Indigene Küche für Körper und Geist: Chefköchin heilt damit ihre Krankheit
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Indigene Küche für Körper und Geist: Chefköchin heilt damit ihre Krankheit

Chefköchin Andrea Murdoch hat ein einzigartiges Konzept in die Gastronomie gebracht: Durch ihre Krankheit lernt sie, wie viel Gutes in der Küche ihrer indigenen Wurzeln Venezuelas steckt und interpretiert sie in "Four Directions Cuisine" neu.

Andrea Murdoch wurde als Teil des indigenen Volkes in den Anden Venezuelas geboren. Doch mit ihren Wurzeln hat sie zeitlebens wenig zu tun, denn sie wächst bei einer Adoptivfamilie in einer Vorstadt von Ohio (USA) auf.

In diesem Umfeld fällt es ihr schwer, einen Draht zu ihrer eigenen Identität und Kultur herzustellen. In der Schule wird vieles nicht gelehrt, die schreckliche Realität, wie indigene Völker in Amerika behandelt wurden, ausgelassen. Erst als die Chefköchin eine schwierige Ehe und traumatische Ehe hinter sich bringt und mit einer Scheidung abschließen kann, findet sie Halt in ihren Wurzeln.

Die Lebensmittel der indigenen Völker haben eine heilende Wirkung auf ihren Körper und Geist.  James Braund / Getty Images

Traumatische Erfahrung löst PTBS aus

Durch die schwierige Erfahrung, die ihre Ehe beziehungsweise Scheidung mit sich bringt, erkrankt Andrea Murdoch an PTBS - kurz für Posttraumatische Belastungsstörung. Darunter versteht man eine psychische Erkrankung, die durch eine belastende Erfahrung und damit einhergehend einem Trauma hervorgerufen wird.

Um Heilung zu finden, greift sie auf Lebensmittel der Zeit vor der Kolonisation zurück. Ihre Schlaflosigkeit und Angsterscheinungen lindern ihre Symptome - sie findet in der indigenen Küche eine Art Medizin für sich:

Sobald ich anfing, den Weg einzuschlagen, mit einheimischen Nahrungsmitteln zu arbeiten, da habe ich wirklich etwas in mir gefunden. Und aus einer so schwierigen und traumatischen Ehe zu kommen und eine Scheidung durchzumachen, und dann diese sehr starke indigene Andina-Identität zu finden, war einfach so überwältigend.

Gemüse, Früchte und alle Arten von Korn und Getreide helfen ihr, sich in ihrem Körper wohler zu fühlen und auch ihren Geist langsam zur Heilung zu verhelfen. Ihre Schlafstörungen und Angstzustände bekommt sie in den Griff, wie die Huffpost berichtet.

Sie interpretiert die indigene Küche auf ihre Weise

Seitdem lässt sie die indigene Küche nicht los: Andrea schafft mit "Four Directions Cuisine" ein einzigartiges Konzept in der Gastronomie. Sie stützt sich auf einheimische Lebensmittel, aber mit ihren ganz persönlichen Freiheiten an Kreativität.

Sie behauptet nicht, zu 100 Prozent indigen zu kochen, doch lässt sie sich davon großteils beeinflussen. Es ist mehr ihre eigene Interpretation von der Andina-Küche, denn sie bekommt keine Ratschläge von älteren Familienmitgliedern, da sie adoptiert ist.

Sie kauft lokal ein und mit indigenem Bezug - so unterstützt sie auch Läden und Marken, die von den Ureinwohnern be- und vertrieben werden. Quinoa und Chia-Samen sind dabei nur ein paar ihrer Zutaten. Sie respektiert ihre Kultur, denn sie hat ihr geholfen, sowohl ihren Körper als auch ihren Geist zu heilen.

Von Maximilian Vogel

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