Kinder gegen Corona impfen: Lauterbach schätzt Delta als gefährlicher ein, als bisherige Varianten

Die STIKO empfiehlt keine Impfung gegen Covid-19 für Kinder und Jugendliche. Karl Lauterbach zufolge sollte diese Entscheidung wegen der Delta-Variante dringend überdacht werden.

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Seit Beginn der Impfkampagne läuft die Debatte, ob Kinder und Jugendlich ebenfalls die Impfung gegen das Coronavirus erhalten sollen, obwohl sie als nicht sonderlich gefährdet gelten.

Während der Biontech-Impfstoff in den USA bereits für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen ist, stellt sich die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland quer.

STIKO empfiehlt Impfung nicht für Kinder

Die Expertengruppe möchte keine pauschale Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche aussprechen, vor allem, weil ihr zufolge gefährdeteren Gruppen der Vortritt gebührt.

Vorerst greift die Empfehlung der STIKO bloß bei bestimmten Vorerkrankungen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung am 11. Juni in auf seiner Homepage mitteilt.

Demnach sind etwa elf Prozent der Heranwachsenden dieser Altersgruppe - um die 452.000 Kinder - von dieser Ausnahme betroffen. Die Delta-Variante könnte dem Plan nun den Riegel vorschieben.

Delta ist zu gefährlich

Der Gesundheitsökonom und SPD-Politiker Karl Lauterbach drängt die STIKO, ihre Impfempfehlung für Minderjährige erneut zu überdenken.

Denn die Delta-Variante, die erstmals in Indien entdeckt wurde und sich daraufhin in hoher Geschwindigkeit in Großbritannien ausgebreitet hat, scheint besonders gefährlich zu sein.

Im Gegensatz zu den anderen Mutationen habe die Delta-Variante laut dem Mediziner schon mehrere Kinder in Großbritannien ins Krankenhaus verfrachtet.

Eine Impfquote von 80 Prozent ist nötig

Die Idee, dass Kinder auch ohne Impfung allmählich auf natürliche Weise immunisiert werden, hält Lauterbach im Angesicht dieser Variante für zu problematisch, wie er gegenüber der Rheinischen Post erklärt:

Die Angaben der STIKO beziehen sich immer auf alte Varianten. Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.

Er erläutert, dass in Israel, das als der Vorreiter in Sachen Impfen galt, nun die Zahlen ebenfalls wieder steigen. Für einen ausreichenden Schutz sei wohl eine Impfquote von mehr als 80 Prozent nötig.