Kinderärzte fordern Corona-Impfungen für Kinder: Was dagegen und dafür spricht

Deutsche Kinderärzte fordern, Kinder schnellstmöglich impfen zu lassen, damit Schulen und Kitas wieder geöffnet werden können. Derzeit ist das allerdings nicht möglich, denn die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind erst ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen.

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Die Pandemie stellt noch immer unseren Alltag auf den Kopf, doch vor allem Kinder und Jugendliche haben es während der sanitären Krise besonders schwer.

Keine Impfung für unter 16-Jährige

Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, erklärt gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass sie durch das Außenvorlassen bei der Impfung erneut benachteiligt seien:

Dass sie nun auch beim Impfen hinten anstehen - und die Schulen deswegen weiter dicht bleiben - ist daher doppelt bitter.
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Zahlreiche Kinderärzte wollen auch eine Genehmigung des Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche. WavebreakMediaMicro@Adobe Stock

Er wünscht sich mehr Tempo was das Impfen dieser Gruppen angeht, um endlich die Situation an Schulen und Kitas dauerhaft zu entspannen. Denn auch sie sind von Covid-19 nicht verschont. Der Mediziner fordert:

Es ist problematisch, dass die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder in der gegenwärtigen Aufgeregtheit über die Impfstoffknappheit für Erwachsene aus dem Blick gerät. Es braucht so schnell wie möglich auch geeignete Vakzine für Kinder und Jugendliche, die Testung und Zulassung sollte daher mit Hochdruck vorangetrieben werden.

Des Weiteren kritisiert Frischbach, dass es ein Unding sei, Kindern und Jugendlichen die Impfung komplett vorzuenthalten, schließlich müsste jeder einen Anspruch auf verfügbare und zugelassene Impfstoffe haben. Die Impfstoffe von Moderna und Biontech sind jedoch erst ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen, da sie noch zu kurz getestet seien.

Infektiologe Spinner: "Es gilt den Tod zu verhindern"

Infektiologe Christoph Spinner hingegen weist hingegen auf eine andere Sicht der Dinge hin: "Ich kann gut nachvollziehen, dass alle Menschen möglichst rasch geimpft werden wollen", erklärt der Experte im FOCUS Online Corona-Talk.

Allerdings gebe es zwei Aspekte zu berücksichtigen: Zum einen gilt es zum jetzigen Zeitpunkt die "schwerste Folge der Erkrankung, nämlich den Tod, zu verhindern".

Demnach seien vor allem ältere Menschen besonders gefährdet, weshalb diese auch zuerst geimpft werden. Zum anderen werden Impfstoffe immer erst bei Erwachsenen untersucht. Im Anschluss dann werde sich "empfindlichen Gruppen", also Kinder und Jugendliche, genähert.

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