Kinderärzte warnen: Kontaktregeln für Kinder sind schädlich
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Kinderärzte warnen: Kontaktregeln für Kinder sind schädlich

Im Kampf gegen das Coronavirus hat sich die Bundesregierung zu weiteren Kontaktbeschränkungen entschlossen. Auch Kinder und Jugendliche bilden hierbei keine Ausnahme. Allerdings sehen Kinderärzte die strengen Kontaktregeln für Kinder mehr als kritisch.

In ihren Kontaktregeln empfiehlt die Bundesregierung, Treffen mit anderen Personen auf einen einzigen Hausstand zu begrenzen. Für Kinder bedeutet das die Limitierung auf einen einzigen Spielkameraden. Doch Kinderärzte und der Kinderschutzbund sehen diese Regel für Kinder als „überflüssig und schädlich“ an.

Dr. Fischbach: "Begrenzung ist überflüssig und schädlich"

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, erklärt der Neuen Osnabrücker Zeitung gegenüber:

Da Kinder bis zehn Jahre das Virus erwiesenermaßen deutlich seltener weitergeben, selbst wenn sie sich anstecken, ist die geplante Begrenzung auf einen Spielkameraden für diese Altersgruppe überflüssig und schädlich.

Bei Jugendlichen hingegen würde eine solche Regel Sinn ergeben, da diese ähnlich infektiös wie Erwachsene seien.

Maskenpflicht für Grundschüler lehne der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte grundsätzlich nicht ab, macht aber auf mögliche Ausnahmen aufmerksam.

Vermutungen, dass der Mund-Nasen-Schutz zu Beeinträchtigungen führe, was die Atmung betrifft, räumt Fischbach aus, indem er diese für "unbegründet" erklärt. Zudem erläutert der Mediziner, dass bei entsprechender Aufklärung keinerlei seelische Schädigungen zu befürchten seien.

Heinz Hilgers: Entscheidung der Bundesregierung ist "unbarmherzig"

Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers ist ebenfalls der Meinung, dass die Bundesregierung ihre Empfehlung für Kinder, nur einen weiteren Spielkameraden zu treffen, überdenken sollte. Hilgers gegenüber der Passauer Neuen Presse:

Da werden Kinder gezwungen, sich zwischen Freunden zu entscheiden. Es wird tränenreiche Zurückweisungen geben. Das ist unbarmherzig.

Seiner Meinung nach gebe es dafür keinen vernünftigen Grund. Da die Kinder ohnehin zusammen in der Schule und im Kindergarten seien, müsse man ihnen auch ermöglichen, privat mehrere Freunde zu treffen.

Von Fred Eilig

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