Kinderwunsch? Künftige Eltern können Spermien und Eizellen nun 55 Jahre lagern

Ein verspäteter Kinderwunsch soll nun immer leichter möglich werden. Ein Land erhöht die Aufbewahrungszeit von Eizellen und Spermien nun von 10 auf 55 Jahre.

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Die Familienplanung kann eine Mammutaufgabe sein, insbesondere mit fortschreitendem Alter. Studien haben herausgefunden, dass die Fruchtbarkeit von Frauen schon mit 30 abnimmt und jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Spermienanzahl bei Männern ab 50 deutlich zurückgeht.

Dank der Technologie können Menschen mit Kinderwunsch in England bereits seit Längerem Eizellen und Spermien für bis zu zehn Jahre einfrieren, um zu einem späteren Zeitpunkt Kinder zu bekommen.

Geplante Elternschaft

Laut The Telegraph ist die Zahl der Frauen, die Eizellen haben einfrieren lassen, zwischen 2010 und 2018 um 460 Prozent gestiegen. Die wachsende Beliebtheit, Genmaterial für einen späteren Zeitpunkt aufzubewahren, hat die britische Regierung nun dazu veranlasst, den Zeitraum der Lagerung von 10 auf 55 Jahre zu verlängern. Englands Gesundheitsminister Sajid Javid kündigt an:

Die derzeitigen Aufbewahrungsregeln können für diejenigen, die die wichtige Entscheidung zur Familiengründung treffen, stark einschränkend sein. Das neue Gesetz wird dazu beitragen, die tickende Uhr in den Köpfen der Menschen auszuschalten.

Lagerung von Erbmaterial

Aktuell können Eizellen und Spermien maximal zehn Jahre gelagert werden. Anschließend muss man sich entscheiden, ob man das Erbmaterial nutzen will oder es entsorgt werden soll. Unter dem aktuellen Gesetz können nur Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ihr Erbgut bis zu 55 Jahre aufbewahren.

Mit dem neuen Gesetz werden jedoch alle künftigen Eltern in der Lage sein, ihre potenziellen Kinder über einen Zeitraum von 55 Jahren aufzubewahren. Alle zehn Jahre sollen sie gefragt werden, ob die Eizellen oder Spermien weiter gelagert werden sollen oder nicht.

Diese Entscheidung wird dem Guardian zufolge von Befruchtungsexperten stark empfohlen, da diese der Meinung sind, dass das frühere Gesetz die Fortpflanzungsentscheidungen vieler Menschen stark einschränke. Jason Kasraie, Vorsitzender des englischen Verbandes Chair of the Association of Reproductive and Clinical Scientists, erklärt:

Die aktuellen Aufbewahrungsgrenzen haben die Fortpflanzungsentscheidung von Paaren in manchen Fällen negativ beeinflusst, indem man ihnen eine künstliche Deadline auferlegte, die sie bei einer natürlichen Befruchtung nicht erlebt hätten.
Die vorgeschlagenen, gerechteren Aufbewahrungsregeln werden unnötigen Stress bei unseren Patienten mindern und die Aufbewahrungsverfahren von Reproduktionskliniken vereinfachen.