"Komplett unanständig": Australiens Regierung wegen fragwürdigem Anti-Corona-Werbespot in der Kritik

Die australische Regierung veröffentlicht einen Werbespot, der die Bewohner Syndeys zum Impfen animieren soll. Kritiker halten diesen nicht vor allem wegen Auswahl der Schauspielerin für absolut unangebracht.

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Der Spot dauert 31 Sekunden. Zu Beginn wird ein Warnhinweis eingeblendet, er könne auf manche Zuschauer verstörend wirken. Daraufhin erscheint eine Frau.

Sie ist um die 30, liegt in einem Krankenhausbett, hat Schläuche in der Nase und ringt panisch nach Luft. Die Stimmung ist bedrückend. Danach die eigentliche Message:

Covid-19 kann alle treffen. Bleib zuhause. Lass dich testen. Buche deinen Impftermin.

Harsche Kritik statt Impfmotivation

Die starke Missbilligung der Kritiker:innen geht vor allem auf die Wahl der Schauspielerin zurück. Die Darstellung scheint junge Menschen anzusprechen, doch genau hier liegt das Problem.

Denn in Australien ist es momentan für Menschen unter 40 Jahren gar nicht möglich, eine Spritze mit dem von der Regierung empfohlenen Impfstoff von Biontech/Pfizer zu erhalten.

Das Vakzin von AstraZeneca ist zwar verfügbar, wird aber nicht empfohlen. Biontech/Pfizer ist Mangelware, Bürger:innen unter 40 müssen voraussichtlich bis Ende des Jahres warten. Fernsehmoderator Hugh Riminton schreibt dazu auf Twitter:

Komplett unanständig, so eine Anzeige zu schalten, während Australier in dieser Altersgruppe immer noch auf ihre verdammte Impfung warten müssen.

Politik verteidigt den Spot

Das australische Gesundheitsministerium sowie der Premierminister halten der Kritik stand, wie die BBC berichtet. Die "drastischen Bilder" seien absichtlich ausgesucht worden.

Der Werbespot ist in erster Linie dafür angelegt worden, die Bevölkerung im Großraum Sydney zum Impfen zu motivieren. Die verstörenden Bilder sollten "der Botschaft Nachdruck verleihen".