Krankenschwester fällt 10 Minuten nach Corona-Impfung in Ohnmacht

Als in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee einige erste Testpersonen den Impfstoff von Pfizer-BioNTech verabreicht bekommen, verliert eine kurz zuvor geimpfte Krankenschwester vor laufender Kamera das Bewusstsein. Der Vorfall wirft ein schlechtes Licht auf die Impfung als solche. Doch die heftige Reaktion der Krankenschwester hat vielleicht nichts mit dem Impfstoff an sich zu tun.

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Es handelt es sich um eine Vorstellung, die so ziemlich jeden in Angst und Schrecken versetzt. Als das medizinische Personal des CHI Memorial, ein Krankenhaus in Chattanooga, Tennessee (USA), gerade die ersten Impfungen verabreicht bekommt, ereignet sich eine merkwürdige Szene, die noch vielen in Erinnerung bleiben wird.

Vor laufenden Kameras verliert eine junge Krankenschwester ihr Bewusstsein, nur etwa 10 Minuten nach der Impfung mit einer der ersten Impfstoff-Dosen von Pfizer-BioNTech. Es ist aber Vorsicht geboten, diese Szene übereilt zu beurteilen.

Schock vor laufender Kamera

Es handelt sich um einen dieser Tage, die in die Geschichte eingehen. Freiwillige des CHI Memorial lassen sich vor laufenden Kameras am 17. Dezember ab 13.48 Uhr mit dem Impfstoff von Pfizer-BioNTech impfen. Unter den berichtenden TV-Sendern ist besonders der zu ABC gehörende LokalsenderWTVC News Channel 9 hervorzuheben, der fast alle Impfungen live überträgt und auch die Freiwilligen nacheinander befragt.

Am späteren Nachmittag ist Tiffany Dover, die leitende Krankenschwester, mit ihrer Impfung an der Reihe. Kurz nach der Verabreichung einer Dosis des Impfstoffs von Pfizer-BioNTech antwortet die junge Frau dann auf verschiedene Fragen der Reporter. Als sie gerade erklärt, dass dieser Impfstoff uns einen "Hoffnungsschimmer" spendet, entschuldigt sie sich und fällt dann in Ohnmacht. Die Ärzte eilen ihr zu Hilfe. Ihr könnt euch die Szene in diesem Video ansehen, das bereits über 370.000 Mal aufgerufen worden ist.

Eine Ohnmacht, die Fragen aufwirft

Angesichts dieser Szene kommt es in den Social Media zu einem wahren Wildwuchs an Theorien, die den Impfstoff von Pfizer-BioNTech die Schuld für die Reaktion der Krankenschwester geben. Die Ohnmacht hat aber anscheinend nichts mit dem Impfstoff selbst zu tun, wie das Krankenhaus betont.

Die Vertretung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) weist darauf hin, dass "Ohnmachtsanfälle, auch Synkopen genannt" nach Impfungen nicht selten sind. Dabei wird unterstrichen, dass "den CDC Berichte über Personen vorliegen, die fast nach jeder Impfung in Ohnmacht fallen".

Der spektakulär anmutende Vorgang kann somit ein ganz banaler sein. Dies gilt umso mehr, als Tiffany Dover nach dem Vorfall erzählt, dass sie oft an kreislaufbedingten Schwächeanfällen leidet. In einem auf YouTube eingestellten Video erklärt sie, dass sie "innerhalb der letzten 6 Wochen 6 Mal" in Ohnmacht gefallen ist.

Die chronische Erschöpfung des Pflegepersonals, der Stress vor laufenden Kameras, die hohen Erwartungen angesichts der Tatsache, eine der ersten Dosen des Impfstoffs zu erhalten: All diese Faktoren sind im Zusammenhang mit ihrer Ohnmacht zu berücksichtigen.

Dieser aufgezeichneten Szene kommt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Situation eine große Signalwirkung zu: Misstraut Videos dieser Art, die, aus ihrem Kontext gerissen, zur Zeit im Internet herumgeistern. Für Dr. Jesse Tucker, Leiter der Intensivstation am CHI Memorial, steht fest:

Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, das der Vorfall auf eine Einwirkung des Impfstoffs zurückgeht.

In den USA kann man sich bereits seit Anfang dieser Woche impfen lassen. In Deutschland sollen die Impfungen am 27. Dezember beginnen.