Luftfilter in Schulen - Laut Stuttgarter Studie kein Ersatz für richtiges Lüften

Eine Stuttgarter Studie untersucht die Wirksamkeit von Luftfiltern gegen das Coronavirus, weil Eltern den breitflächigen Einsatz in Klassenzimmern fordern. Die Ergebnisse überraschen.

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Im Auftrag der Stadt Stuttgart führen Expert:innen eine Analyse durch, die herausfinden soll, ob das Montieren tausender Luftfiltern in Schulen im ganzen Land einen Nutzen hätte.

Dafür misst das Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung sechs Monate lang deren Wirkung an zehn Schulen in Stuttgart.

Die Resultate der Studie legen nahe, dass das Lüften der Räume durch das Öffnen der Fenster nicht ausreichend durch den Einsatz von elektrischen Luftfiltern kompensiert werden kann.

Keine Alternative, Kein Ersatz

Viele Eltern in Deutschland fordern seit einer Weile den Einsatz von Luftfiltern in Klassenzimmern, um der Verbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Doch das scheint nicht die Lösung zu sein.

In den Pausen Stoß zu lüften sei laut den Expert:innen effektiver, da die Filter den Austausch von Innen- und Außenluft nicht ersetzen können. Auch Coronatests oder das Tragen von Masken könne man durch diese Maßnahme nicht fallen lassen.

Als Ergänzung in schlecht belüftbaren Räumen

Luftfilter für Räume anzuschaffen, in die Frischluft nur schwer oder gar nicht gelangt, mache hingegen Sinn. Für belüftbare Räume seien sie eine Ergänzung.

Doch auch hierbei gibt es Hindernisse. So ist es laut Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, unrealistisch, so viele Geräte auf einmal für alle Schulen anzuschaffen.

Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann zufolge würde man hauptsächlich in Luftfilter für die erste bis sechste Klasse investieren, da eine Impfung für Jüngere noch nicht infrage kommt.

Andere Studien - andere Ergebnisse

Laut dem Ludwigsburger Filterspezialist Mann+Hummel sind andere Untersuchungen zu anderen Ergebnissen gekommen. Auch ihre Luftfilter sind Teil der Stuttgarter Analyse.

Andere Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel das Fraunhofer Institut für Bauphysik und das KIT Karlsruhe sollen zu sehr positiven Ergebnissen hinsichtlich der Luftfilter gekommen sein.

Nach einem Filter-Einsatz von nur 20 Minuten solle demnach der Gehalt der Viren in der Luft um über 99 Prozent reduziert worden sein. Mal sehen, wie viele Luftfilter das Land anschaffen wird.