Folge von Corona: Deutscher Arzt warnt vor dem "Wuhan-Syndrom"
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Folge von Corona: Deutscher Arzt warnt vor dem "Wuhan-Syndrom"

Von Maximilian Vogel
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Wie schlimm sind die Auswirkungen des Lockdowns auf unsere Psyche? Ein deutscher Forscher, der Menschen aus dem chinesischen Wuhan nach deren Isolation untersucht hat, schlägt Alarm. Er warnt vor dem Wuhan-Syndrom!

Die Corona-Krise stellt nicht nur eine Belastung für uns dar, wenn wir uns tatsächlich mit dem gefährlichen Virus infizieren. Der Lockdown, der in vielen Ländern der Welt mit der Pandemie einhergeht, ist zudem eine schwere Probe für alle jene, die zuhause isoliert und alleine ausharren müssen.

So gefährlich ist das Wuhan-Syndrom

Jonas Tesarz vom Universitätsklinikum Heidelberg erklärt im Gespräch mit FOCUS Online, welche verheerenden Auswirkungen ein Lockdown auf die menschliche Psyche haben kann.

Als Beispiel nimmt er sich die chinesische Stadt Wuhan, ehemaliges Epizentrum der Pandemie. Die Stadt wurde von der Regierung für zwei Monate komplett isoliert. Die Spuren, die die Isolation hinterlassen hat, könnten bald auch in Deutschland auftreten, warnt Tesarz. Er spricht vom sogenannten Wuhan-Syndrom:

Die Bezeichnung "Wuhan-Syndrom" bezieht sich auf ein Cluster psychischer Symptome, die sich in Wuhan in Folge der großflächig verordneten Quarantänemaßnahmen beobachten ließen. An erster Stelle stehen dabei Ängste, psychischer Stress und Erschöpfung, Nervosität und Schreckhaftigkeit sowie die Zunahme von Schlafstörungen.

Experten warnen vor psychischen Störungen

Tesarz arbeitet eng mit seinen chinesischen Kollegen zusammen und ist dementsprechend informiert, wie schwer die Spätfolgen der Isolierung für Menschen sein können. Neben den Ängsten und Schlafstörungen beobachten die Psychologen auch Nervosität, Entfremdung von Angehörigen und Konzentrationsstörungen.

Psychologen warnen davor, die psychischen Folgen des Lockdowns zu unterschätzen.  WavebreakMediaMicro@Adobe Stock

Normalerweise verschwinden Ängste nach dem Ende einer Extremsituation wieder von selbst. Doch Experten wie Tesarz fürchten nun, dass die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, die Zukunftsängste also außer Kontrolle geraten.

Spätfolgen noch unbekannt

Die psychischen Probleme bringen noch andere Herausforderungen mit sich. Vor allem Familien leiden derzeit unter dem strengen Lockdown. Geschlossen Kindertagesstätten und Schulen bringen Eltern an die Grenzen des menschlich möglichen. Die Hotlines für besorgte Mütter und Väter glühen wie nie zuvor.

Als wesentliche Belastungsfaktoren werden die soziale Isolation und der zunehmende Wegfall der Alltagsstrukturen verantwortlich gemacht.

So weist Tesarz hin und er warnt für die Zukunft: Wie schlimm die Spätfolgen der wochenlangen Isolation tatsächlich sind, werden wir wohl erst in einigen Jahren wissen.

Was also tun, wenn man zuhause verrückt wird? Der Experte empfiehlt körperliche Aktivitäten und einen geordneten Tagesablauf: "Auch mentale Techniken, wie Meditations- und Entspannungstechniken, können hier sehr wertvoll sein." Auch mit diesen Techniken kommen wir besser durch den Corona-Blues.


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