"Meine Gebärmutter gehört mir": Café-Angestellter demütigt Schwangere
"Meine Gebärmutter gehört mir": Café-Angestellter demütigt Schwangere
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"Meine Gebärmutter gehört mir": Café-Angestellter demütigt Schwangere

Diese Situation bringt sicherlich jede Frau in Rage und doch erleben Schwangere diese Situationen zu Hauf. Während es von Familie und Freunde als meist gut gemeinter Rat angenommen wird, geht Bevormundung durch Fremde einfach zu weit, vor allem wenn diese von einem Mann kommt.

Was sich in diesem Café ereignet ist mehr als nur Mansplaining: Denn nicht nur Männer erlauben sich, schwangeren Frauen zu sagen, was recht ist und was nicht, sondern die ganze Gesellschaft scheint plötzlich alle Augen auf den Bauch einer werdenden Mutter zu richten und ihr Verhalten zu tadeln.

Einen Karamell-Macciato bitte

Auch dieser Britin ergeht es nicht anders: Sichtbar schwanger betritt sie in der Früh vor der Arbeit einen Starbucks, um sich einen Karamell-Macciato zu bestellen. Der Angestellte jedoch tadelt sie mit einem eindringlichen Blick auf ihren Bauch.

Die britische Stand-up Komödiantin Tiffany Stevensons beobachtet die Szene. Wütend teilt das Erlebnis auf Twitter, da sie nicht glauben kann, welche Bevormundung sie hier miterlebt:

Unglaubliche Gebärmutterbelästigung bei Starbucks von Bediensteten. Eine schwangere Frau bekam gerade ihren Karamell-Macchiato und der Typ hinter der Theke sagte: 'Oh, das ist für dich. Möchtest du, dass ich einen koffeinfreien mache?

Mansplaining: Ungefragtes Besserwissen

Als der Café-Angestellte die Frau fragt, ob sie nicht doch lieber einen koffeinhaltigen Kaffee haben möchte, sie aber verneint, hagelt es nur so von Kritik. Der Barista nimmt seine Aufgabe etwas zu ernst, denn er fängt an, die Frau zu belehren: "Ich sollte aber, weil Koffein schlecht für das Baby ist."

Und er lässt nicht locker, selbst als sie erwidert, dass es ihr erster Kaffee des Tages und somit ungefährlich für das Baby sei. Laut WHO sind während einer Schwangerschaft bis zu 300 Milligram pro Tag in Ordnung - das sind ca. zwei Tassen leichten Kaffees.

Tiffany Stevensons, die die Szene beobachtet mischt sich ein und wirft ihm Mansplaining vor. Unter diesem Begriff versteht man ein sexistisches Verhalten eines Mannes, der eine Frau ungefragt belehrt und glaubt, etwas besser zu wissen.

Stevensons ist in Rage und postet das Erlebnis auf Twitter mit folgender Kurzbotschaft: "Offenbar wird bei Starbucks jetzt auch gynäkologisches Training angeboten."

Vor allem Schwangere bekommen oftmals Ermahnungen von Fremden zu hören. praetorianphoto@Getty Images

Bevormundung von Schwangeren

Der Café-Angestellte ignoriert nämlich in dieser Situation völlig, dass sich die schwangere Frau höchstwahrscheinlich sehr genau mit ihrer Schwangerschaft beschäftigt und sich sicherlich intensiv damit beschäftigt hat, was für das Baby, das sie in ihrem Bauch trägt, gut oder schlecht ist.

Ärzte informieren nämlich ausreichend darüber, was man in der Schwangerschaft essen und trinken darf, was es zu vermeiden gilt, welche Tätigkeiten und Sportarten das Baby gefährden könnten.

Daher scheint die Bevormundung dieses Mannes völlig fehl am Platz zu sein, da eine Mutter selbst entscheiden kann, ob sie in ihrer Schwangerschaft etwas Koffein oder gar keinen konsumiert.

Bei exzessiven Verhalten ist natürlich immer Zivilcourage gefragt und sogar notwendig. Doch erleben schwangere Frauen dieses Verhalten leider von allen Seiten, nicht nur von Männern, selbst dann wenn sie alles richtig machen oder nach nichts gefragt haben... Auch im Job kann das einer Schwangeren passieren.

Von Maximilian Vogel
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