Mit Covid-19 im Kreissaal: Infizierte Ärztin bringt Baby zur Welt
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Mit Covid-19 im Kreissaal: Infizierte Ärztin bringt Baby zur Welt

Von Maximilian Vogel

Nie im Leben hätte sich Karin Pobitzer die Geburt ihres ersten Kindes so vorgestellt, doch im Jahr 2020 kommt eben alles anders, als wir es erwarten. Jetzt berichtet die junge Mama von ihrer Entbindung mit Covid-19.

Nach einer rundum unproblematischen Schwangerschaft freuen sich die Ärztin Karin Pobitzer und ihr Lebensgefährte darauf, schon ganz bald ihr erstes Kind auf der Welt begrüßen zu dürfen, doch dann kommt ihnen Covid-19 in die Quere.

Kurz vor der Zielgeraden die Hiobsbotschaft

Nur sechs Tage vor dem errechneten Geburtstermin stellt Karin Pobitzer leichte Erkältungssymptome bei sich fest. Doch sie denkt sich zunächst nichts dabei, schließlich hat sie das Haus kaum noch verlassen und auch ihr Mann arbeitet vom Homeoffice aus.

Doch schon einen Tag später haben sich ihre Symptome verschlimmert. Sie macht einen Antigen-Schnelltest und dieser fällt genau wie bei ihrem Lebensgefährten positiv aus. Völlig ungläubig berichtet sie:

Wir haben beide keine Ahnung, wo wir’s herhaben. Bis aufs Einkaufen und die Kontrolle im Spital – immer mit Maske – war ich nicht unterwegs (...) Ehrlich gesagt, dachte ich immer, das passiert mir nicht. Wir haben immer versucht, vorsichtig zu sein und waren fast nur in der freien Natur unterwegs.

Spezielle Vorkehrungen für Covid-Geburten

Spätestens da wird den werdenden Eltern bewusst, dass die Geburt nicht so ablaufen wird, wie sie es sich vorgestellt haben. Karin Pobitzer verständigt die zuständigen Gynäkologen im Meraner Krankenhaus, denn eine Geburt unter solchen Bedingungen erfordert strenge Maßnahmen und einiges an Vorbereitung.

Infizierte Mütter entbinden nicht im Kreissaal, sondern in einem speziellen Operationssaal und alle Beteiligten müssen eine komplette Schutzausrüstung tragen. Auch diese Mutter ist mit Covid-19 infiziert und hat es nicht einfach bei der Geburt...

Der Papa darf nicht mit

Als es endlich soweit ist, wird Karin Pobitzer von ihrem Mann zum Krankenhaus gebracht, bei der Geburt darf er nicht dabei sein, das ist der größte Wehrmutstropfen, wie die werdende Mama findet:

Das hat mir schon sehr leidgetan, mehr für ihn als für mich. Das muss jetzt halt so sein, sagte ich mir. Ich hatte ja eh keine Wahl.

Eine Geburt unter erschwerten Bedingungen

Erschwert wird ihr die Geburt durch die FFP2-Maske vor dem Gesicht und ihre Corona-Symptome, doch die werdende Mama nimmt es mit Humor und berichtet:

Mit Luftholen ist es schon irgendwie gegangen, war eine Wehe vorbei, spürte ich den Stirnhöhlenschmerz wegen der verstopften Nase und umgekehrt.

Die Geburt verläuft völlig reibungslos und die kleine Dorothea kommt gesund und munter auf die Welt, dass bestätigt auch der Covid-Test, der gleich im Anschluss bei ihr gemacht wird und Mama Karin fällt ein Stein vom Herzen:

Dorothea hat gleich geschrien, die Apgar-Werte waren super. Die Geburt ist so gut verlaufen, dass mich ein Alles-ist-gut-Gefühl durchströmte. Dorothea wurde sogar kurz zu mir gelegt, und ich habe sie mit Maske betrachtet. Gerade erst auf der Welt und schon in Quarantäne.
Die Geburt ist anders als erwartet, aber sie verläuft ohne Komplikationen. Catherine Delahaye@Getty Images

Ab nach Hause!

Vier Tage bleiben Mama und Töchterlein im Meraner Krankenhaus, wo es ihnen an nichts fehlt. Und Karin Pobitzer hat auch eine beruhigende Nachricht für alle werdenden Mütter, denen das gleiche Schicksal wie ihr bevorstehen könnte:

Für alle zukünftigen Mamis, die sich vielleicht in der gleichen Situation wiederfinden könnten und Angst vor der Geburt haben: Das Baby darf bei der Mami bleiben, es wird nicht weggenommen, wie landläufige Gerüchte die Runde machen.

Nach vier Tagen können die frisch gebackene Mama und Töchterchen Dorothea dann endlich nach Hause zum stolzen Papa. Wir wünschen der kleinen Familie alles Gute!


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