Neue Studie: Corona könnte bald harmloser als die Grippe sein
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Neue Studie: Corona könnte bald harmloser als die Grippe sein

Von Maximilian Vogel

Gerade die zweite Corona-Welle mit ihren Virusmutationen trifft Deutschland und Europa mit voller Wucht und verbreitet Angst und Schrecken. Doch es scheint auch einen Silberstreifen am Horizont zu geben, denn vielleicht könnte Covid-19 bald schon harmloser und damit ungefährlicher werden...

Niemand kann in die Zukunft schauen und mit Sicherheit vorhersagen, wie das Leben künftig mit Sars-CoV-2 in Zukunft aussehen wird. Allerdings hat jetzt ein Forscherteam aus den USA anhand eines Modells errechnet, wie ein mögliches Szenario aussehen könnte.

Das Team, bestehend aus Wissenschaftlern rund um Infektiologin Jennie Lavine von der Emory University in Atlanta, geht anhand einer Reihe von Modellrechnungen davon aus, dass sich auch Sars-CoV-2 zu einem endemischen Erreger, also einem, der dann nur noch in bestimmten Regionen auftritt, entwickeln wird.

Forscherteam geht von verminderter Gefahr für Menschheit aus

Anhand der Ergebnisse ihrer Arbeit geht Lavine davon aus, dass das Virus langfristig für die Menschheit ungefährlich sein könnte. In ihren Ausführungen, welche die Forscherin und ihr Team in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht hat, geht die Epidemiologin sogar noch einen Schritt weiter und davon aus, dass die Impfungen gegen Covid-19 in Zukunft sogar unnötig sein könnten.

Um den Verlauf von Covid-19 zu berechnen, vergleichen die Forscher das Virus mit den Daten von vier bereits bekannten humanen Coronaviren NL63, 229E, OC43 und HKU1.

Alle vier dieser Erreger sind immer wieder für den Ausbruch von Epidemien in verschiedenen Teilen der Welt verantwortlich, wobei vor allem Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren betroffen sind.

Coronaviren könnten in Zukunft keine große Gefahr mehr auslösen. Daniel Roberts@Pixabay

Verkürzte Virusausscheidung und keine Symptome

Wie bei Covid-19 auch in dieser Altersklasse, zeigen sich bei diesen Infektionen jedoch selten schwere Verläufe oder Komplikationen und auch eine geringe Sterblichkeit.

Des Weiteren ist bekannt, dass es nach der Infektion mit einem dieser Coronaviren zu einer lebenslangen Teilimmunität kommt. Dies bedeutet konkret, dass man sich laut einer Veröffentlichung von 2009 bereits nach einem Jahr wieder mit dem Coronavirus 229E infizieren kann, da es nach dieser Zeit zu einem Abfall der gebildeten Antikörper kommt.

Eine damit vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch bei dem neuen Sars-CoV-2. Allerdings in den Untersuchungsergebnissen auch ersichtlich, dass es bei einer Neuinfektion mit 229E zu einer verkürzten Virusausscheidung kommt. Außerdem zeigen die Probanden keine Symptome.

Aus diesem Grund geht das Forscherteam um Jennie Lavine davon aus, dass auch bei Covid-19 Menschen durch eine Infektion mit dem Virus eine lebenslange Teilimmunität erlangen, welche durch weitere Infektionen sogar noch gestärkt werden könnte.

Endemischer Erreger?

Von folgendem Szenario gehen die Forscher aus: In Zukunft würden nur wenige ältere Menschen tatsächlich daran erkranken. Denkbar wäre dann, dass sich Ältere mit Coronaviren infizieren, nichts davon bemerken und die Viren an Kinder weitergeben.

Die Älteren spielen den Wissenschaftlern zufolge eine große Rolle bei dem frühen Erkrankungsbeginn sowie der hohen Ansteckungsrate von Säuglingen und Kleinkindern.

Das Forscherteam geht dieser Logik folgend davon aus, dass auch Sars-CoV-2 zu einem endemischen Erreger werden wird. Dies wiederum bedeutet, dass es durch die erworbene Teilimmunität in der Gesellschaft zu weniger schweren Verläufen der Krankheit und Todesfällen kommen wird. In diesem Fall könnte Corona auch harmloser als die saisonale Influenza werden.

Kinder wiederum bräuchten die Infektion, um eine Teilimmunität aufbauen zu können. In diesem Fall könnten die gerade angelaufenen Impfungen in wenigen Jahren eingestellt werden.

Sollte es jedoch auch bei Kindern bei der Erstinfektion zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen, müssten diese auch weiterhin durch eine Impfung geschützt werden.


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