Neue Studie: Die Luft, die du atmest, ist gefährlich für deine Gesundheit

Das amerikanische Health Effects Institute (HEI) veröffentlicht eine Studie für das Jahr 2018, deren Bilanz für unsere Umwelt und den Menschen verheerend ist. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, wird die Menschheit schwerwiegende gesundheitliche Schäden davontragen.

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Beunruhigende Bilanz

Der Bericht zur weltweiten Luftqualität für das Jahr 2018 wird vor Kurzem veröffentlicht. Die Bilanz ist verheerend. Die Mehrheit der Weltbevölkerung atmet verschmutzte bis stark verschmutzte Luft ein. Der vom amerikanischen Health Effects Institute (HEI) veröffentlichte Jahresbericht macht auf eine alarmierende Situation aufmerksam. Insgesamt leben 95 % der Weltbevölkerung in Regionen, wo die Luftqualität nicht den von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgegebenen Normen entspricht. Von dieser Bevölkerungszahl leben 58 % in Zonen, wo nicht einmal der Mindestgrenzwert der Luftreinheit erreicht wird.

Am meisten vom hohen Ozongehalt betroffen, bleiben nach wie vor die Schwellenländer, vor allem rund um den Äquator. Während Südamerika dank seiner grünen Lunge einigermaßen unversehrt bleibt, sind fast ganz Afrika, der Mittlere Osten und Südasien katastrophal betroffen. Für die, denen diese Angaben noch zu ungenau sind, folgen nun Zahlen, die für sich selbst sprechen.

Hohe Sterberate

2016 starben geschätzt rund 6,1 Millionen Menschen in Folge von Luftverschmutzung. Luftverschmutzung steigert die Risiken von Schlaganfällen, Herzinfarkten, Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen. Luftverschmutzung liegt auf Position 4 der lebensbedrohlichen Gesundheitsrisiken weltweit. Davor liegen Bluthochdruck, Ernährung und Tabakkonsum.

„Luftverschmutzung betrifft weltweit jeden einzelnen Menschen. Durch sie wird die Atmung von Patienten mit Atemwegserkrankungen noch mehr erschwert. Wegen ihr müssen Jugendliche und ältere Menschen im Krankenhaus liegen, dadurch können die Betroffenen nicht in die Schule oder auf die Arbeit gehen. Und sie führt zu einem verfrühten Tod“, beklagt Bob O'Keefe, Vizepräsident der HEI.

„Die Zahlen, auf die wir uns beziehen, zeigen einen Fortschritt in einigen Regionen der Erde, doch es müssen noch schwere Herausforderungen genommen werden, um diese schreckliche, aber vermeidbare Gefahr zu besiegen.“

Wie wird der Stand der Luftverschmutzung ermittelt?

Luftverschmutzung wird definiert durch die Konzentration von Partikeln in der Luft, die 2,5 oder weniger Mikrometer messen. Zum ersten Mal hat die HEI auch die Luft im Inneren von Gebäuden gemessen und nicht ausschließlich die Außenluft. Die Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen war 2016 vor allem in armen Ländern verantwortlich für 2,6 Millionen Todesopfer, was der Hälfte der Gesamtzahl an Todesopfern in diesem Jahr entspricht.

Was kann man tun?

Es gibt gegen Luftverschmutzung nicht die eine richtige Lösung, sondern viele verschiedene Faktoren spielen da mit rein. Wichtig ist, dass das Problem bei der Wurzel gepackt wird: Die Industrie muss enorme Fortschritte machen, um den gegenwärtigen Trend wieder umzukehren. Doch auch wir können in unserem täglichen Leben unser Verhalten verändern, um der Luftverschmutzung entgegen zu wirken. Dazu gehört, wie wir uns fortbewegen, wie wir heizen, kochen, oder unsere Zimmer beleuchten. Lass das Auto für kürzere Strecken stehen und nimm einfach mal das Fahrrad. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern tut auch deinem Körper gut. Kaufe dein Fleisch beim Metzger um die Ecke und lass dir erklären, wo dein Fleisch herkommt und wie es gezüchtet wird. Oder verzichte einfach alle zwei Tage mal auf Fleisch. Auch das wird deiner Gesundheit gut tun.

Trends für eine bessere Umwelt

Es gibt heutzutage viele neue Trends, die der Umwelt gut tun, wie das Plogging. Nach und nach werden wir uns endlich bewusst, dass wir alle etwas tun können, um gegen das Ozonloch zu kämpfen: Ob Müllvermeidung oder innovative Projekte einzelner Menschen, wie von dem Holländer Boyan Slat, der die Ozeane vom Plastik befreien will, oder der Mexikanerin Rosa Janusz, deren Verpackungsmaterial mit dem Gemüse aus dem Boden wächst und nachhaltig ist. Wir alle haben das Potential in uns, für unsere Umwelt zu kämpfen. Jede Geste zählt und jeder Bewohner dieser Erde kann dazu beitragen!