Neues EU-Verbot: Titandioxid darf nicht mehr in Lebensmitteln verwendet werden

Der Zusatzstoff Titandioxid ist gesundheitsgefährdend und befindet sich trotzdem in zahlreichen Lebensmitteln. Das soll sich ab nächstem Jahr ändern.

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Er macht Kaugummis weiß und lässt Kuchenglasur glänzen: Der Zusatzstoff Titandioxid (E171) findet sich in vielen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten. Doch damit könnte schon bald Schluss sein.

Gesundheit der Verbraucher ist "nicht verhandelbar"

Am 8. Oktober haben die EU-Mitgliedsstaaten für den Antrag der Europäischen Kommission gestimmt, der E171 in Lebensmitteln verbieten soll. Grund dafür sind mögliche Krebsrisiken, die von Titandioxid ausgehen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides befürwortet den Schritt: "Die Sicherheit unserer Lebensmittel und die Gesundheit unserer Verbraucher sind nicht verhandelbar."

Legen die EU-Staaten und das Europaparlament gegen die Entscheidung bis Ende des Jahres keinen Einspruch ein, tritt das Gesetz 2022 in Kraft. Für foodwatch Deutschland ist dieser Schritt längst überfällig. Manuel Wiemann erklärt auf der eigenen Website:

Das Verbot von E171 ist ein großer Erfolg für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Gleichzeitig gibt es noch viele weitere umstrittene Zusatzstoffe, welche unsere Gesundheit gefährden. Diese müssen jetzt auf den Prüfstand und verboten werden.

Nanopartikel sind besonders gefährlich

Schon länger fordern Verbraucherschützer ein Verbot von Titandioxid. Vor allem wenn der Zusatzstoff als Nanopartikel vorkommt. Dann ist er nämlich besonders gesundheitsgefährdend. Durch ihre geringe Größe können sie beispielsweise die Darmbarriere passieren und dort ernsthafte Entzündungen auslösen.

Vorsicht ist aber auch weiterhin geboten, denn E171 findet sich auch in Kosmetikprodukten wie Zahnpasta oder Sonnencreme sowie in Medikamenten. Während es sich in Medikamenten positiv auf die Gesundheit auswirkt, müssen Hersteller von Kosmetikprodukten seit 2013 kennzeichnen, wenn darinn Titandioxid in Form von Nanopartikeln enthalten ist. Verbraucher sollten auf das Kürzel CI 77891 achten und sich lieber für eine Zahnpasta ohne den Zusatzstoff entscheiden.

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