Noch gefährlicher als Corona? Neues SADS-CoV beim Schwein beunruhigt Virologen
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Noch gefährlicher als Corona? Neues SADS-CoV beim Schwein beunruhigt Virologen

Geht es nun erst recht wieder los? Ein neues Coronavirus ist aufgetaucht, das von Schweinen auf den Menschen übertragen werden könnte.

Es fühlt sich so an, als wären wir erneut im Januar 2020. Während Covid-19 die Welt weiterhin fest im Griff hat und auch in Deutschland wieder Rekordinfektionszahlen verzeichnet werden, beunruhigt eine andere Nachricht die Forscher: Es gibt ein neues Virus, das womöglich auch dem Menschen gefährlich werden könnte. Es handelt sich dabei auch um ein Coronavirus: SADS-CoV.

SADS-CoV seit Jahren in Asien

Dieses Virus gibt es in Asien bereits seit Jahren, während es in Europa zuletzt in den 1990er Jahren festgestellt wird. Leider kommt es 2016 zu einem erneuten Ausbruch. Das Virus gehört zur Familie der Alphacoronaviren und ist dem derzeitigen Coronavirus, SARS-CoV-2, ähnlich. So geschieht bei SADS-CoV die Infektion der Schweine auch zum Teil durch Fledermäuse – wie bei der aktuellen Pandemie.

Was für Folgen hat die Krankheit für Schweine? Sie führt zu starken Problemen im Verdauungstrakt mit Erbrechen und einer akuten Gastroenteritis. Bei noch nicht entwöhnten Ferkeln kann die Sterblichkeit bis zu 100 % betragen. Leider kommt es aufgrund der Bedingungen in der industriellen Schweinezucht zuletzt zu einer verstärkten Ausbreitung des Virus bei den Tieren. SADS-CoV stellt derzeit zwar nur für Tiere eine Gefahr dar, könnte aber auch Menschen infizieren.

Ist der Mensch in Gefahr?

Jahrelang wird kein Infektionsrisiko für den Menschen festgestellt. Doch erst vor wenigen Tagen, am 12. Oktober 2020, gelingt es Forschern an der Universität North Carolina, menschliche Zellen mit dem Virus zu infizieren. Das Virus wird von den Forschern künstlich "wiedererweckt", um die Wirkung auf den Menschen zu erforschen. Das Risiko einer Übertragung des Virus auf andere Arten ist also nun bestätigt.

Bei einer Infektion sind verschiedene Körperteile betroffen: Zellen in der Lunge, in der Leber und in den Atemwegen, aber auch der Verdauungstrakt. Andere Säugetiere könnten auch am Virus erkranken. Ralph Beric, ein Professor für Epidemiologie an der Universität North Carolina, beschreibt die Forschung:

Während sich zahlreiche Beobachter auf die Betacoronaviren SARS und MERS konzentrieren, könnten die Alphacoronaviren ebenso, wenn nicht in noch höherem Maße, für den Menschen gefährlich sein. Das liegt daran, dass sie sich über Artengrenzen hinaus verbreiten können.

Es wird zwar weltweit noch keine Infektion festgestellt, doch die Forscher gehen lieber auf Nummer sicher und versuchen, ein Medikament gegen die Krankheit zu finden. Die gute Nachricht: Das Mittel Remdesivir, das bereits zur Behandlung von SARS-CoV-2 verwendet wird, könnte gegen SADS-CoV sehr wirksam sein.

Für mehr Details klickt einfach oben ins Video!

Von Fred Eilig

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