Oktoberfest "nur ganz oder gar nicht": Milliardenschaden bei erneutem Ausfall

O’zapft is! Oder doch nicht. Das Oktoberfest auf der Theresienwiese in München wird von Menschen auf der ganzen Welt herbeigesehnt. Doch es wird immer wahrscheinlicher, dass es auch in diesem Jahr ausfallen muss.

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Ab dem 18. September 2021 sollen die Menschen eigentlich wieder Maß in Massen trinken, nachdem das beliebte Münchner Event im letzten Jahr wegen der Pandemie ausfallen musste.

Die Wiesnwirte verzeichnen schon jetzt zahlreiche Reservierungen ihrer Stammgäste. Doch laut Münchens Oberbürgermeister verschlechtert sich die Aussicht auf ein Oktoberfest in diesem Herbst immer weiter.

"Zurzeit nur schwer vorstellbar"

Während der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer, Anfang des Monats mit einer 50:50 Einschätzung noch vergleichsweise optimistisch gestimmt ist, gibt Münchens OB Dieter Reiter die Hoffnung langsam auf.

Der Kommunalpolitiker der SPD erklärt gegenüber BILD, dass er im letzten Jahr fest daran geglaubt hat, dass die Wiesn in diesem Jahr stattfinden würden. Doch mittlerweile hat sich daran Einiges geändert:

Egal wo Sie hinschauen, man kann nicht sagen, die Pandemie ist in irgendeiner Art am Abklingen. Und deswegen kann man sich derzeit nur schwer vorstellen, dass es der Welt größtes Volksfest geben kann.

Um das allseits geliebte Fest doch noch zu ermöglichen „müssten schon erdrutschartige Impfbewegungen stattfinden“. Allgemein geht er davon aus, dass auch andere Feste abgesagt werden müssen.

Aus infektiologischer Sicht wären solche Veranstaltungen einfach nicht zu verantworten. Im Mai wolle Reiter diese Angelegenheit mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besprechen.

Dieser hat gegenüber diesem Thema auch schon Skepsis gezeigt, aber noch keine Bewertung verkündet. Ob die Oktoberfest-Fans lieber noch ein Jahr verzichten, als sich in Gefahr zu bringen?

"Nur ganz oder gar nicht!"

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) hat dazu eine ganz klare Meinung. Gegenüber BILD erläutert er, dass man in keinem Szenario die Sicherheit auf der Wiesn garantieren könne:

Die Wiesn gibt's nur ganz oder gar nicht.

Anfang Juni müsse allerspätestens eine Ab- oder Zusage erfolgen. Dann müssen laut Peter Inselkammer die Aufbaufirmen beauftragt werden. Eine "Wiesn light" komme aus seiner Sicht auch nicht infrage:

Eine abgespeckte Version ist keine Wiesn. Das wollen wir nicht. Mit Masken, begrenzten Plätzen und Abstand im Zelt: Das ist wirtschaftlich sinnlos – und das ist auch keine Wiesn, wie wir sie lieben und wollen. Das macht keinen Spaß.

Die laufenden Kosten ohne Wiesn liegen bei um die 400.000 Euro. Der Wirtschaftswert des weltweit größten Volksfestes liegt bei 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das ist ganz schön teuer!