Pflanzengift als neues Wundermittel gegen Corona?
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Pflanzengift als neues Wundermittel gegen Corona?

Von Maximilian Vogel
Letzte Änderung

Die Impfung kann nicht das einzige Mittel im Kampf gegen das Coronavirus sein. Deswegen wird weiterhin nach Alternativen geforscht, um Sars-CoV-2 auch nach Ausbruch im Körper effizient zu behandeln. Deutschen Wissenschaftlern könnte jetzt ein Durchbruch gelungen sein.

Solange die meisten von uns noch auf eine Impfung gegen das Coronavirus warten, arbeiten Forscher weiter unter Hochdruck daran, wirksame Mittel gegen eine bereits ausgebrochene Erkrankung zu entwickeln. Unter anderem sind bayerische Forscher dabei, eine Pille gegen Sars-CoV-2 herzustellen.

Pflanzengift im Kampf gegen das Coronavirus

Jetzt hat ein weiteres deutsches Forscherteam von der Virologie John Ziebuhr der Justus-Liebig-Universität in Gießen ein Pflanzengift entdeckt, das erfolgreich gegen Coronaviren wirkt. Michael Kracht, Pharmakologe und Studienleiter, erzählt der Bild:

Wir haben eher zufällig entdeckt, dass Thapsigargin die Vervielfältigung von Coronaviren hemmt. Es könnte daher tatsächlich sein, dass Thapsigargin im Moment die effektivste breit wirksame Substanz gegen Coronaviren ist.

Thapsigargin (TG) kommt vor allem in Nordafrika, Griechenland und auf den Balearen vor und ist laut Kracht schon bei sehr niedrigen Dosen hochwirksam. Es verhindert, dass das Coronavirus in unseren Zellen Viruskopien produziert und sich damit rasend schnell vermehrt.

Das Pflanzengift Thapsigargin soll die Verbreitung von Coronaviren im Körper verhindern  membio@Getty Images

TG ist auch gegen Corona-Mutationen wirksam

Doch wie sieht mit den zahlreichen Mutationen aus, die teilweise noch gefährlicher sein sollen als das Stammvirus? Vor allem aus Großbritannien und Südafrika kommen hierzu beunruhigende Nachrichten.

Michael Kracht weckt Hoffnung: TG soll auch gegen die Mutationen wirksam sein, die das Spike-Protein betreffen. Denn es greift einen speziellen Punkt in den Varianten an und hemmt somit auch deren Verbreitung.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch. Bis das Medikament an Patienten angewendet werden kann, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern. Dazu sagt der Pharmakologe:

Es ist aus meiner Sicht möglich, diese Schritte in 1 bis 1.5 Jahren zu durchlaufen, vielleicht auch deutlich schneller, wenn ähnlich wie bei der Entwicklung der mRNA Impfstoffe sehr viele Ressourcen gebündelt werden.

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