Raynaud-Syndrom: Die Leichenfinger- oder Weißfingerkrankheit­
Raynaud-Syndrom: Die Leichenfinger- oder Weißfingerkrankheit­
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Raynaud-Syndrom: Die Leichenfinger- oder Weißfingerkrankheit­

Hast du manchmal plötzlich weiße Finger, die sich taub anfühlen oder sogar bläulich verfärben? Dann ist es möglich, dass du am sogenannten Raynaud-Syndrom leidest. Bei dieser Krankheit Verengen sich die Blutgefässe, wie bei einer Art Krampf und die Blutzufuhr zu Finger, Zehen und seltener auch anderen Körperstellen wird verringert.

Wer davon betroffen ist und weshalb, und ob dir die Krankheit Anlass zur Sorge geben muss, erfährst du von OhMyMag.

Was ist das Raynaud-Syndrom?

Das Raynaud-Syndrom ist eine Gefässerkrankung, die durch Gefässkrämpfe, sogenannte Vasospasmen, beziehungsweise sehr starken und plötzlichen Verengungen der Blutgefässe hervorgerufen wird.


Was sind die Syptome beim Raynaud-Syndrom?

Beim Raynaud-Syndrom kommt es zu Durchblutungsstörungen, meist in den Fingern, seltener in den Zehen und anderen Körperpartien. Durch eine verringerte Blutzufuhr werden die betroffenen Körperregionen blass und kalt und können sich taub anfühlen und manchmal auch schmerzen. Die Attacken dauern meist nicht länger als eine halbe Stunde, manchmal aber auch länger.


Auslöser des Raynaud-Syndrom

Ausgelöst werden die Gefässkrämpfe meist durch Kälte und psychische Belastung, wie Stress.


Ursache des Raynaud-Syndroms

Die Ursachen für das primären Raynaud-Syndrom sind bislang noch weitgehend unbekannt. Betroffen sind vor allem junge Frauen. Im Laufe des Lebens werden die Attacken dann meist zunehmend seltener und schwächer. Häufig tritt das primäre Raynaud-Syndrom in der Familie gehäuft auf. Vor allem begünstigt Rauchen die Entwicklung eines Raynaud-Syndroms.


Ist das Raynaud-Syndrom gefährlich?

Die Beschwerden sind beim Raynaud-Syndrom meist von harmloser Natur. Allerdings gibt es zwei Arten von Raynaud Syndrom, wobei bei einer Form auch schwerwiegende Erkrankungen hinter den Symptomen stecken können.


Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Verkrampfungen (Vasospasmen) über einen länger Zeitraum andauern und dadurch die Gefäße dauerhaft geschädigt werden. Die kommt aber meist nur bei jenen Betroffenen vor, deren Raynaud-Syndrom mit einer Erkrankung des Bindegewebes einhergeht.


Die zwei Formen des Raynaud-Syndroms

Beim Primären Raynaud-Syndrom ist die Ursache für die Gefäßkrämpfe und die damit verbundene verminderte Blutzufuhr unbekannt.


Das sekundäre Raynaud-Syndrom kann nach Verletzungen, Überdosierung bestimmter Medikamente, in Folge der Sklerodemie (erbliche Erkrankung des Bindesgewebes) oder durch eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen auftreten. Dazu gehören rheumatologische Erkrankungen, aber auch Erkrankungen der Nerven (beispielsweise Multiple Sklerose) oder Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose. Auch Krebserkrankungen, vor allem des blutbildenden Systems, können ein Raynaud-Syndrom verursachen.


Wer ist vom Raynaud-Syndrom betroffen?

Frauen sind etwa fünfmal häufiger vom Raynaud-Syndrom betroffen als Männer. Bei ihnen tritt die Erkrankung eist in einem Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Schätzungen zufolge leiden drei Prozent der Bevölkerung am Raynaud-Syndrom.


Was tun bei einer Raynaud-Attacke?

Droht ein Anfall, sollte man die Hände unter warmes Wasser halten. Eine Massage und das Bewegen der Hände hilft, damit sich die Gefässe schnell wieder weiten. Eine Raynaud-Attacke klingt meist nach maximal einer halben Stunde von selbst wieder ab - und zwar bevor bleibende Schäden auftreten.

Sollte sich die Gefäßverengung jedoch einmal nicht lösen, helfen oft Bettruhe und Wärme. Reicht auch das nicht aus, kann der Arzt eine gerinnungshemmende Therapie, zum Beispiel mit Heparin, eventuell in Kombination mit weiteren Medikamenten verordnen.

Von der Redaktion

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