Revenge Travelling: Das steckt hinter dem Reisetrend für Sommer 2021

Aufgrund von Corona müssen viele Menschen Reisepläne über Jahre hinweg stornieren - sei es ein Wochenendausflug oder die Reise ihres Lebens. Jüngste Umfragen zeigen jetzt, dass Menschen, die es können, verpasste Reisemöglichkeiten nachholen wollen, sobald die Krise nachlässt...

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Die Corona-Krise zwingt viele Menschen, ihre Reisepläne auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Manche Länder stehen einer Öffnung für Touristen skeptisch gegenüber, andere öffnen nur für Corona-Geimpfte.

Durch den langen Verzicht auf das Reisen setzen zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate auf einen Luxusurlaub mit Corona-Impfung vor Ort. Insgesamt hofft die Hotel- und Tourismusbranche aber auf eine Welle von "Revenge Travel" im Jahr 2021.

Damit ist gemeint, dass Reisewütige nach der Corona-Krise zusätzliche Trips unternehmen und sich austoben wollen, weil ihnen diese Möglichkeit so lange vorenthalten worden ist.

Aber wird sich die Nachfrage wirklich so schnell erholen, wie manche zu hoffen wagen? Wird sich die Art und Weise, wie Menschen reisen können, nach dieser Pandemie stark verändern?

Reiseverhalten 2021: Inlandsreisen stehen bei Deutschen wieder hoch im Kurs

Laut neuester Studie plant die Mehrheit der Konsumenten keine Kürzung ihres Reisebudgets für 2021. Im Gegenteil: Die Studie prognostiziert sogar die Erholung des Reisemarktes in der zweiten Jahreshälfte 2021. Wie im letzten Jahr stehen demnach Inlandsreisen bei deutschen Urlaubern wieder besonders hoch im Kurs.

Die globale Studie "Travel Trends 2021" wurde von Simon-Kucher & Partners und ROIRocket im Dezember 2020 durchgeführt. Mehr als 3.900 Personen in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten wurden zu ihrem Reise- und Buchungsverhalten für 2021 befragt.

Laut jener Studie werde eine Erholung des Reisemarktes in der zweiten Jahreshälfte 2020 erwartet. Dimitris Hiotis, Partner und Head der Leisure, Travel and Tourism Practice bei Simon-Kucher, erklärt dazu:

Die Covid-19-Pandemie hat die Reisebranche auf eine noch nie dagewesene Weise beeinflusst. Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass 2021 das Jahr sein wird, in dem sich das Reisegeschäft wieder erholt, insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres, da die Mehrheit der deutschen Verbraucher reisen und dafür genauso viel oder sogar mehr ausgeben will, als vor der Pandemie.
Oftmaliges oder langes Reisen vermehrt im Inland stehen hoch im Kurs für den Sommer 2021. averie woodard@Unsplash

Revenge Travel beeinflusst Reiseverhalten

Damit hält der Trend des sogenannten "Revenge Travel" Einzug: Dieser Begriff bezeichnet das Phänomen, dass Verbraucher mehr für Reisen ausgeben wollen, als sie es üblicherweise getan haben, da sie lange vom Reisen abgehalten wurden.

In Deutschland fallen laut Umfrageergebnis etwa zehn Prozent in das Segment der Revenge Traveller. Davon wollen 54 Prozent eine längere Reise unternehmen, während 46 Prozent kürzere, häufigere Urlaube planen. Ebenso sind sie auch bereit, mehr für Unterkunft und Verpflegung auszugeben.

Auch die Wahl der Verkehrsmittel hat Relevanz

Darüber hinaus hat die Pandemie auch auf die Wahl der Verkehrsmittel Auswirkungen: Demnach werden 46 Prozent der deutschen Befragten bei der Urlaubsplanung mehr auf das Auto zurückgreifen.

57 Prozent wollen ihre Flugreisen zukünftig reduzieren und knapp die Hälfte der Konsumenten plant, künftig weniger mit dem Zug zu reisen. Auch die Kreuzfahrtindustrie muss mit einer gesunkenen Nachfrage rechnen: 59 Prozent der Deutschen geben an, dass sie weniger Kreuzfahrten als vor der Pandemie antreten werden.