Schmerzen nach dem 2. Piks: Deshalb kommt es nach der Zweitimpfung zu heftigen Nebenwirkungen

Viele Betroffene klagen. Denn bei einigen Geimpften scheinen sich die Nebenwirkungen nach der zweiten Impfung mit Biontech oder Moderna als heftig zu erweisen. Experten erklären nun, weshalb das so ist...

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Nach der zweiten Impfung mit den mRNA-basierten Wirkstoffen von Biontech und Moderna klagen Betroffene oft über Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen. Laut der Arzneimittelbehörde FDA sind es immerhin mehr als die Hälfte der vollständig Geimpften, die von diesen Nebenwirkungen, sowie verstärkten Reaktionen an der Impfstelle, berichten. Doch warum ist das eigentlich der Fall? Immunologe Professor Carsten Watzl erklärt gegenüber der Bild:

Bei der ersten Impfung mit Biontech oder Moderna reagiert zunächst nur das 'angeborene Immunsystem'. Beim zweiten Mal ist das angeborene System schon trainiert und dazu kommt noch die Reaktion des 'erworbenen Immunsystems', weshalb die Zweitimpfung manche Menschen stärker in ihren Nebenwirkungen empfinden als die erste.

Des Weiteren komme statt nur einer "unspezifischen" Antwort auf die erste Spritze bei der zweiten noch eine "spezifische" Reaktion hinzu. Das bedeutet, dass der Körper nun bei der Immunantwort sozusagen unter Volllast arbeite - dies sei der Grund, weshalb sich anfälligere Menschen ein paar Tage müde und angeschlagen fühlen können.

Das erste Mal tat's weh, beim zweiten Mal noch mehr..

Auf die Frage, warum der Körper auf die Impfung überhaupt mit einer derartigen Heftigkeit reagieren kann, antwortet Professor Theodor Dingermann:

Das Einzige, was sich bezüglich der Reaktogenität, der unerwünschten Impfungen, dieser Impfstoffe mit Sicherheit sagen lässt, ist die Tatsache, dass sie als weniger verträglich eingestuft werden als viele andere Impfstoffe.

Der Pharmakologe sieht denn Grund hierfür darin, "dass diese Impfstoffe die Verstärker intrinsisch mitbringen." Das bedeutet, dass andere Impfstoffe einen Adjuvans, also einen Verstärker beigesetzt bekommen, welcher bei den mRNA-Impfstoffen nicht notwendig, da er bereits im Vakzin enthalten ist.

Dingermann erläutert, dass des Weiteren unter normalen Umständen weder DNA noch RNA frei im Blut vorkomme. Bei den Corona-Impfstoffen von Pfizer und Moderna wird aber RNA in den Muskel gespritzt, wodurch es in den Blutkreislauf gelangt. Dingermann weiter: "Darauf reagiert unser Immunsystem mit aller Heftigkeit - zum Glück", so der Pharmakologe.

Keine Impfreaktion bedeutet nicht automatisch schwächeren Impfschutz

Doch nur weil jemand beispielsweise überhaupt keine Impfreaktionen spürt, bedeutet das nicht, dass diese Person weniger Impfschutz hat, wie Allgemeinärztin Dr. Petra Bracht betont: "Es gibt Personen, die haben ein sehr starkes Immunsystem, sind ansonsten nie krank und spüren nach der Impfung gar keine Nebenwirkungen."